Arbeitszeit im Arbeitsvertrag – Was gilt es bei der Unterzeichnung vom Arbeitsvertrag zu beachten?

Über die konkrete Arbeitszeit einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag.

Über die konkrete Arbeitszeit einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag.

Wie viel Zeit ein Arbeitnehmer in der Woche für Arbeit aufbringt, ist einer der Kernpunkte im Arbeitsvertrag. Hier sind die Regelungen, die das Arbeitsverhältnis betreffen in der Regel schriftlich festgehalten.

Die getroffenen Vereinbarungen lassen sich anhand eines solchen Dokumentes viel leichter nachweisen als bei einem mündlichen Vertrag, sollte ein Partner einen Arbeitsgerichtsprozess anstrengen.

gleitzeit-ratgeber

Gleitzeit

Dieser Ratgeber erläutert das Arbeitsmodell „Gleitzeit“. Was unter diesem Begriff zu verstehen ist, lesen Sie hier.

kurzarbeit-ratgeber

Kurzarbeit

Wir erklären, wozu es Kurzarbeit gibt und worauf hierbei zu achten ist – z. B. ob Urlaub gewährt wird.

kurzarbeitergeld-ratgeber

Kurzarbeitergeld

Hier erfahren Sie, welcher Arbeitnehmer Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben und wie es beantragt wird.

kurzarbeit-voraussetzungen

Kurzarbeit: Die Voraussetzungen dafür

Kurzarbeit kann nur unter bestimmten Bedingungen eingeführt werden. Hier erfahren Sie, welche das sind!

kurzarbeit-voraussetzungen

Verrechnung von Minusstunden

Rechtfertigen angeordnete Minusstunden Gehaltskürzungen? Lesen Sie alles zum Thema hier!

Was ist Arbeitszeit?

Wann ein Mitarbeiter arbeitet und wann nicht, ist im Allgemeinen wie folgt definiert:

Als Arbeitszeit wird der Zeitraum bezeichnet, in dem der Arbeitnehmer bereitsteht, um die ihm übereigneten Aufgaben und in der Regel im Arbeitsvertrag definierten Tätigkeiten im Interesse des Unternehmens zu erledigen.

Hierzu zählen ebenfalls solche Zeiten, in denen der Arbeitnehmer sich zur Verfügung hält, um bei Bedarf und auf Zuruf schnell mit seiner Arbeit zu beginnen.

Wie lang dieser Zeitraum pro Tag höchstens dauern darf, ist im Arbeitszeitgesetz definiert. Es dient dem Arbeitnehmerschutz und gibt ganz klar vor, wie viele Stunden am Tag gearbeitet werden darf.

Das Arbeitsrecht sagt zur Arbeitszeit – im Arbeitszeitgesetz – Folgendes:

„Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen; Arbeitszeiten bei mehreren Arbeitgebern sind zusammenzurechnen. Im Bergbau unter Tage zählen die Ruhepausen zur Arbeitszeit.“ § 2 Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

Nicht im Arbeitsschutzgesetz ist die Arbeitszeit definiert, sondern im Arbeitszeitgesetz.

Nicht im Arbeitsschutzgesetz ist die Arbeitszeit definiert, sondern im Arbeitszeitgesetz.

Das Gesetz schreibt Arbeitgebern und Arbeitnehmern vor, dass die regelmäßige Arbeitszeit pro Werktag nicht länger als acht Stunden sein darf. Ausnahmsweise kann von dieser Vorgabe abgewichen werden und die maximale Arbeitszeit pro Tag auf bis zu zehn Stunden ausgedehnt werden, wenn …

  • im Laufe der kommenden sechs Monate im Durchschnitt wieder acht Stunden erreicht werden
  • bzw. die Achtstundenregelung innerhalb der nächsten 24 Wochen durchschnittlich eingehalten wird.

Nach sechs Stunden Arbeitstätigkeit ist spätestens eine Pause einzulegen, wenn die Arbeitszeit pro Tag bis zu neun Stunden beträgt. Diese muss mindestens 30 Minuten dauern. Arbeiten Arbeitnehmer länger, muss die Pause mindestens 45 Minuten umfassen. Sie darf gestückelt werden in Blöcke, die mindestens 15 Minuten lang sind.

Die Arbeitszeitregelung besagt: Zwischen den Arbeitszeiten an aufeinanderfolgenden Tagen muss eine Ruhezeit von im Minimum elf Stunden gewahrt werden, wenn es sich nicht um Angehörige bestimmter Berufsgruppen handelt. Dazu gehören unter anderem Personen, die Krankenhäusern, Restaurants, im öffentlichen Personennahverkehr oder in der Landwirtschaft arbeiten. In diesen Fällen ist eine zehn stündige Ruhezeit erlaubt, sofern innerhalb der nächsten vier Wochen ein Ausgleich erfolgt (§ 5 ArbZG).

Wie lang die tägliche Arbeitszeit ausfallen darf, ist jedoch nicht nur im Arbeitszeitgesetz, sondern auch noch in anderen Gesetzen festgehalten, wie zum Beispiel den Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Es bezieht sich auf solche Arbeitnehmer, die in der Regel noch keine 18 Jahre alt sind und sich häufig in einer Ausbildung oder einem vergleichbaren Beschäftigungsverhältnis befinden. Der Gesetzgeber hält hier fest:

Bei Jugendlichen muss eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden eingehalten werden. Die wöchentliche Arbeitszeit darf die Grenze von 40 Stunden nicht sprengen. Ist ein Jugendlicher an manchen Tagen weniger als acht Stunden beschäftigt, ist es erlaubt, ihn an anderen Tagen der Woche zum Ausgleich für achteinhalb arbeiten zu lassen.

Ist ein Arbeitnehmer älter als 16 und jünger als 18 Jahre alt und in der Landwirtschaft tätig, beträgt die maximal zulässige gesetzliche Arbeitszeit in der Erntesaison neun Stunden pro Tag. In zwei aufeinanderfolgenden Wochen darf sie zudem das Maß von 85 Stunden nicht überschreiten.

In der Ausbildung ist der regelmäßige Gang zur Berufsschule Pflicht. Doch was gehört hiervon zur Arbeitszeit? Was zu Pausen? Das Gesetz sagt hierzu Folgendes:

Auf die Arbeitszeit anzurechnen sind …

Gesetzliche Pausen unterbrechen die Arbeitszeit. Nach sechs Stunden Arbeit müssen Arbeitnehmer sich erholen.

Gesetzliche Pausen unterbrechen die Arbeitszeit. Nach sechs Stunden Arbeit müssen Arbeitnehmer sich erholen.

  • Berufsschultage, die acht Stunden dauern, mehr als fünf Unterrichtsstunden beinhalten, wovon eine Stunde im Minimum 45 Minuten dauert. Die Anrechenbarkeit ist begrenzt auf einen Tag pro Woche.
  • Berufsschulwochen, die durch Blockunterricht gekennzeichnet sind und Ausbildungsinhalte im Minimum innerhalb von 40 Stunden an fünf Tagen oder mehr vermitteln
  • die Unterrichtszeit plus Pausen

Gilt im Arbeitsrecht die Fortbildung als Arbeitszeit?

Nicht nur angesichts des rasanten technologischen Fortschritts sinkt die Halbwertzeit von Wissen dramatisch. Scheinbar sicher gewähntes Know-how wird durch neue Erkenntnisse schnell überholt, weshalb das Konzept des lebenslangen Lernens eingeführt wurde. Im Laufe des immer länger währenden Arbeitslebens sind Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiter deshalb nahezu unumgänglich, um als Unternehmen im Wettbewerb bestehen und nicht von anderen Konkurrenten abgehängt zu werden.

Was Arbeitnehmer in diesem Zusammenhang interessiert: Zählt die Zeit, die für derlei Bildungsmaßnahmen aufgewendet wird zur Arbeitszeit? In den allermeisten Fällen, ja. Das gilt nicht nur, wenn die Fortbildung in den üblichen Räumlichkeiten am vereinbarten Arbeitsort erfolgt. Müssen Arbeitnehmer erst zum Veranstaltungsort reisen, gilt in der Regel: Sobald Sie sich auf den Weg dorthin machen und währenddessen ausschließlich dienstliche Interessen verfolgen, handelt es sich um Arbeitszeit. Denkbar sind hier beispielsweise das Beantworten von Arbeits-E-Mails oder Erledigen von dienstlichen Telefonaten. Gleiches gilt für die Rückfahrt. Sogar Wartezeiten sind häufig inkludiert.

Laut Arbeitsrecht zählt die Fahrzeit nicht zur Arbeitszeit, wenn es sich um den regulären Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeitsstelle handelt. Für diese Wegezeit werden Arbeitnehmer nicht entlohnt, sind jedoch unfallversichert.

Welche Funktionen hat die Arbeitszeit

Die konkreten Arbeitszeiten sind in Deutschland streng reguliert, um Arbeitnehmer vor Überlastung zu schützen. Es handelt sich demnach um eine Arbeitsschutzmaßnahme, die dazu dient:

  • die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten
  • die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten
Missachten Arbeitgeber die Vorgaben zur Arbeitszeit und lassen Arbeitnehmer länger arbeiten, müssen sie mit erheblichen Geldbußen rechnen. Das Arbeitszeitgesetz und das Jugendarbeitsschutzgesetz sprechen in diesem Zusammenhang von einer Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15 000 Euro pro Verstoß belegt ist. Setzt sich ein Arbeitgeber regelmäßig über die Vorgaben des Gesetzgebers hinweg, kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr drohen.

Muss die Arbeitszeit vom Arbeitgeber erfasst werden?

Insbesondere durch die Einführung des Mindestlohns bekam die Einhaltung der Arbeitszeit eine noch größere Bedeutung. Schließlich wäre es für Arbeitgeber nur allzu leicht, den vorgeschriebenen geringsten Lohn pro Stunde dadurch aufzuweichen, dass Angestellte einfach „unbezahlt“ länger arbeiten müssen.

Aus diesem Grund gibt es für bestimmte Arbeitnehmer die Pflicht, die Arbeitszeit zu dokumentieren. Dies gilt unter anderem für ebenjene bzw. Angehörige folgender Branchen:

Die Änderung vom Arbeitsvertrag kann auch die Arbeitszeit betreffen.

Die Änderung vom Arbeitsvertrag kann auch die Arbeitszeit betreffen.

  • geringfügig Beschäftigte (nicht für Minijobber, die in der Privatwirtschaft arbeiten)
  • Baugewerbe
  • Gastronomie
  • Speditionen
  • Transport- und Logistikbereich
  • Forstwirtschaft
  • Gebäudereinigung
  • Fleischwirtschaft
  • Zeitungszusteller
  • Paketboten

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, für alle Mitarbeiter der genannten Bereiche festzuhalten,

  • wann die tägliche Arbeitszeit begonnen hat
  • wann die tägliche Arbeitszeit beendet ist
  • wie lang die tägliche Arbeitszeit gedauert hat (Zeit in Stunden)

Die Dokumentation muss nicht handschriftlich erfolgen. Es kann hierbei auch eine Zeiterfassung zur Ermittlung der Arbeitszeit eingesetzt werden, deren Protokoll auf Anfrage bei einer Kontrolle durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit vorgelegt werden muss.

Was besagt das Arbeitsrecht zu den Überstunden?

Bei Überstunden handelt es sich um über die regelmäßige Arbeitszeit geleistete Mehrarbeit, die unter Umständen bereits bei Eintritt in das Unternehmen vereinbart wurde. Überstunden sind im Arbeitsvertrag in der Regel in der sogenannten „Überstundenklausel“ zu finden. Sie hält fest, wie viel mehr Zeit Sie im Monat mit zusätzlichen Arbeitsstunden rechnen müssen und wie diese vergütet werden.

Achtung: Nicht jede Formulierung zu Überstunden ist laut Arbeitsrecht erlaubt. Sind Sie sich unsicher, ob die Klausel wirksam ist, wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Dank seiner Erfahrung weiß er genau, was erlaubt ist und was nicht.

Nicht nur im Arbeitsvertrag können Regelungen zu Arbeitszeit und Überstunden niedergeschrieben sein. Andere Orte, an denen Sie bei Informationsbedarf suchen sollten, sind:

  • ein gültiger Tarifvertrag, den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter für Ihre Branche abgeschlossen haben
  • eine Betriebsvereinbarung, welche die Arbeitszeit bzw. die Überstunden und den Umgang damit definiert. Sie wird vereinbart zwischen dem Betriebsrat eines Unternehmens und dem jeweiligen Arbeitgeber.

Sind weder im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag Vereinbarungen zu Überstunden und ihrer Vergütung zu finden, können Sie von Ihrem Chef trotzdem verlangen, dass er Ihre geleistete Mehrarbeit entlohnt. Die Höhe des Entgelts bemisst sich an den im Betrieb oder der Branche üblicherweise gezahlten Preisen (§ 612 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB).

Arbeitsvertrag in Teilzeit oder Vollzeit abschließen?

Die Arbeitszeit bei Vollzeit und Teilzeit variiert, letztere arbeiten weniger.

Die Arbeitszeit bei Vollzeit und Teilzeit variiert, letztere arbeiten weniger.

Wie hoch Ihre Arbeitszeit ausfällt, ist davon abhängig was Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Gerade Eltern wollen häufig nicht in Vollzeit arbeiten, um noch ausreichend Zeit zu haben, ihr Kind beim Aufwachsen zu begleiten. Andere können eine Vierzigstundenwoche nicht stemmen, da sie sich angesichts enormer Kitakosten die Betreuung ihrer Kleinen schlichtweg nicht leisten können.

Für sie kommt daher nur ein Teilzeitarbeitsvertrag in Frage.

Teilzeit und Vollzeit können in der Regel nicht getrennt voneinander betrachtet werden, da die Stundenanzahl in Teilzeit an der eines vollzeitarbeitenden Arbeitnehmers bemessen wird.

Wann Arbeitsverträge als Teilzeit-Jobs gelten, darüber gibt das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) Auskunft:

T eilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers. Ist eine regelmäßige Wochenarbeitszeit nicht vereinbart, so ist ein Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt, wenn seine regelmäßige Arbeitszeit im Durchschnitt eines bis zu einem Jahr reichenden Beschäftigungszeitraums unter der eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers liegt. […]“ (§ 2 TzBfG)

Das Gesetz weist zudem darauf hin, dass auch geringfügig Beschäftigte als Teilzeitarbeitskraft arbeiten können.

Auf die Frage, wie viel Stunden regulär in Vollzeit gearbeitet wird und wie viel in Teilzeit ist daher zu antworten: Es kommt darauf an. Entscheidend ist, was im Betrieb üblich ist. Nicht zwingend muss die Arbeitszeit bei allen Mitarbeitern deshalb 40 Stunden oder mehr betragen, damit es sich um Vollzeit handelt. Genauso gut kann eine geringere Stundenanzahl als ebenjene bezeichnet werden.

Ist es erlaubt, einen Arbeitsvertrag ohne Arbeitszeit abzuschließen?

Arbeitszeiten müssen durch Pausen unterbrochen werden - die gesetzliche Regelung schreibt eine 30-minütige Unterbrechung vor, wenn die Arbeitszeit pro Tag maximal neun Stunden dauert.

Arbeitszeiten müssen durch Pausen unterbrochen werden – die gesetzliche Regelung schreibt eine 30-minütige Unterbrechung vor, wenn die Arbeitszeit pro Tag maximal neun Stunden dauert.

Prinzipiell steht es Arbeitnehmern und Arbeitnehmern frei, ob Sie einen Vertrag mündlich oder schriftlich abschließen.

Wird kein Schreiben aufgesetzt und von beiden Seiten unterschrieben, ist der Arbeitgeber dennoch dazu verpflichtet, die wichtigsten Parameter der vertraglichen Beziehung schriftlich festzuhalten und dem Arbeitnehmer unterschrieben zu übergeben. Das hat allerspätestens vier Wochen nach Antritt der Beschäftigung zu erfolgen.

Diese Elemente gelten als wesentlich im Arbeitsverhältnis:

  • Name und Adresse der Vertragspartner
  • Datum des Eintritts
  • ggf. die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses (wenn die Zusammenarbeit befristet ist)
  • Arbeitsort
  • Beschreibung der Arbeitsaufgaben
  • Höhe der Vergütung inkl. Zusammensetzung
  • Arbeitszeit
  • Anzahl der Urlaubstage
  • Kündigungsfristen
  • Hinweis, welche Tarifverträge, Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen gelten

Dieser Nachweis darf nicht in elektronischer Form erfolgen.

Die meisten Arbeitgeber halten sich an diese gesetzlichen Vorgaben und machen eine Klausel zur Arbeitszeit zum Bestandteil eines Arbeitsvertrages. Fehlt in einem Arbeitsvertrag die Angabe zur Arbeitszeit, dann sieht es das Arbeitsrecht so: In diesem Fall darf der Arbeitnehmer davon ausgehen, dass für ihn die im Betrieb üblichen Arbeitszeiten gelten.

Das Bundesarbeitsgericht hat in einem seiner Urteile festgehalten, dass dieses Prozedere auch dann rechtens ist, wenn es einen gültigen Tarifvertrag gibt (BAG, Az. 10 AZR 325/12).

Kann ein Arbeitsvertrag auch eine flexible Arbeitszeit beinhalten?

Je nachdem in welcher Branche Unternehmer tätig sind, besteht eine mehr oder wenige große Abhängigkeit von Aufträgen, die er erhält. Hieran bemisst sich in der Regel auch, wie viele Arbeitnehmer er beschäftigt, schließlich treiben Personalkosten die Ausgaben ganz wesentlich in die Höhe. Viele Arbeitgeber haben deshalb ein Interesse daran, mit Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten zu vereinbaren. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Ja, das ist es. Laut Arbeitsrecht ist zur Arbeitszeit in diesem Fall vertraglich festzuhalten, dass sich die Dauer des Arbeitseinsatzes nach betrieblichen Erfordernissen richtet.

Häufig wird neben diesem Hinweis eine minimale Anzahl von Stunden in der Woche vereinbart. Dies resultiert aus der gesetzlichen Regelung, dass Arbeitnehmer andernfalls egal, ob sie eine Arbeitsleistung erbracht hat oder nicht, für zehn Stunden in der Woche entlohnt werden müssen (§ 12 TzBfG). Das Gesetz schreibt zur Arbeitszeit vor, dass Arbeitnehmer bei Arbeit auf Abruf in jedem Fall für mindestens 40 Stunden im Monat bezahlt werden, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht definiert ist. Bei dieser Form der Rufbereitschaft besteht für den Arbeitnehmer nur eine Pflicht zur Arbeit, sofern er über seinen Arbeitseinsatz vier Tag vorher Bescheid weiß.

24 Gedanken zu „Arbeitszeit im Arbeitsvertrag – Was gilt es bei der Unterzeichnung vom Arbeitsvertrag zu beachten?

  1. Lorenz B.

    Gesetzliche Pausen unterbrechen die Arbeitszeit. Nach sechs Stunden Arbeit müssen Arbeitnehmer sich erholen.
    Bei acht Stunden Arbeit und einer halben Stunde Pause……..
    Frage: Verlängert sich die Arbeitszeit um eine halbe Stunde (also 8 1/2 Stunden) oder kann der Arbeitnehmer nach acht Stunden (inklusive halbe Stunde Pause) nachhause gehen.

    Antworten
    1. arbeitsvertrag.org

      Hallo Lorenz B.,
      die eigentliche Arbeitszeit verlängert sich nicht um eine halbe Stunde, Sie können nach acht Stunden Arbeit und einer halben Stunde Pause normalerweise nach Hause gehen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  2. Tom

    Hallo,
    ich arbeite als Auslieferungsfahrer. Ich transportiere Medikamente in Apotheke und ich verdiene 8,5 Euro Brutto pro Stunde. Mein Arbeitgeber bekommt tägliche Touren direkt von den Pharmahandel. Ich fahre 3 oder 4 Touren pro Tag. Auf jeder Tour ist eine Auslieferungszeit (von Pharmahandel nicht von meinen Arbeitgeber) gesetzt die ich halten soll, egal ob Stau aufgrund von Baustellen, Verkehr, Wetter, Unfälle, Sperrungen oder anderen Ereignissen (z.B., Verspätungen von Pharmahandel) und das ist nicht jeden Tag möglich (so wie so ist diese Zeit sehr knapp!).
    Laut meinen Vertrag, Arbeitszeit ist die Auslieferungszeit (Lenkzeit) der Pharmahandel. Dass heißt für andere Tätigkeiten (sogar Auto beladen, entladen, Waschen, tanken etc.) bekomme von meinen Arbeitgeber kein Geld mit der Begründung dass diese Zeit nicht im Lenkzeit ist. Doch meine Arbeitgeber bezahlt auch nicht die Zeit die ich mich in eine Stau befinden. Stau-zeit ist keine Arbeitszeit?
    Das Ergebnis ist dass ich arbeite 10 oder 11 Stunde und bekomme Geld nur für 7 oder 8.
    Wenn ich mich beim Arbeitgeber beschwere er sagt dass „die Auslieferungszeit (Lenkzeit) ist von Pharmahandel gesetzt“ und daher er kann nichts tun.
    Wenn ich mich beim Pharmahandel beschwere dann sie sagen „sie müssen mit deinem Arbeitgeber diskutieren. Wir bezahlen ihm nach Kilometer“.
    Das heißt, meine Arbeitszeit ist nur die Lenkzeit und zwar ohne Stau!
    Ich fühle mich verarscht. Ist das Recht und fair? Was soll ich tun?

    Für Ihre Hilfe bedanke ich mich sehr im Voraus

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Tom,

      grundsätzlich klingt das erstmal nicht fair. Auch Ladezeiten zählen u. a. zwar nicht zur Lenk-, aber zur Arbeitszeit und müssen entsprechend vergütet werden. Wenden Sie sich an einen Anwalt, um Ihre Rechte durchzusetzen und das Problem zu klären.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  3. Rosalie

    Hallo,
    ich habe zwei Arbeitsverträge (jeweils 50%) bei unterschiedlichen Arbeitgebern im Bildungsbereich.
    Der eine Vertrag wird im Sommer auf 100 % aufgestockt. Den anderen Vertrag würde ich gerne erst drei Monate später kündigen, da in der Zeit noch diverse Auwertungsprozesse gemacht werden müssen. Kann ich das so tun, oder bekomme ich irgendwie Schwierigkeiten wegen der (zusammen gerechnet) zu hohen Abeitszeit?
    Danke schon mal im Voraus!

    Antworten
    1. arbeitsvertrag.org

      Hallo Rosalie,
      wird die im Arbeitzeitgesetz festgeschriebene erlaubte Arbeitszeit überschritten, könnten sich daraus Schwierigkeiten für Sie ergeben.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  4. Petra

    Hallo liebes Team,

    Ich habe einen 120 Std. Arbeitsvertrag in der Gastronomie.
    Ist es erlaubt das meine Chefin mir 1 Stunde vor Arbeitsbeginn wegen schlecht Wetter mit WhatsApp absagt?
    War schon fertig und wollte gerade los.
    Wieviel Tage/Std. voraus habe ich ein Recht meine Arbeitszeit zu erfahren?
    Erfahre es oft paar Stunden vorher.
    Kann nichts mehr planen. Sitz nur noch zuhause wie Fernbedienung, auf Knopfdruck arbeiten, wenn nichts los auf Knopfdruck nach hause.
    Weiß nie wielange ich arbeiten muß. Bei Beginn 13 Uhr kann es sein das ich bis 22 Uhr bleiben muss, kann auch sein das sie 15 Uhr sagt ist nichts los du kannst gehen.

    Bitte um ein weniig Info
    im voraus besten Dank
    Petra

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Petra,

      normalerweise müssen Änderungen im Dienstplan etwa vier Tage vorher angemeldet werden und dürfen auch nur aufgrund einer Notlage erfolgen. Dies entschied das Arbeitsgericht in Berlin (Az. 28 Ca 10243/12). Ebenso muss in der Regel eine entsprechende Absprache mit dem Arbeitnehmer erfolgen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  5. Denise F.

    Hallo
    Gibt es für das Baugewerbe einen gewissen Betrag den der Arbeitgeber auszahlen muss wenn der Vertrag auf Stundenlohn basiert und in dem Monat aber nicht gearbeitet wurde durch fehlende Aufträge?
    Danke für die Antwort im voraus
    Lg

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Denise,

      Arbeitsausfall liegt normalerweise im Risiko des Arbeitgebers. Entsprechend müssten Sie in der Regel trotzdem eine Entlohnung laut § 615 des BGB erhalten, wenn die Arbeit aufgrund fehlender Aufträge ausfällt. Einen exakten Wert können wir Ihnen allerdings nicht nennen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  6. Rob A.

    Bei uns im Hotel & Restaurant-Betrieb werden die Dienstpläne immer am Donnerstag der Vorwoche für die kommende Woche erstellt. Ist dies Gesetzwidrig? Sollte die Dienstpläne nicht für 2 Wochen im Voraus erstellt werden?

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Rob,

      ein Arbeitnehmer sollte in der Regel mindestens vier Tage im Voraus über seinen Arbeitseinsatz informiert werden. Sind feste Arbeitszeiten im Arbeitsvertrag geregelt, gelten selbstverständlich diese.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  7. Stephanie

    Hallo, bitte um Hilfe!!

    Ich hatte heute meinen 1. Arbeitstag in der neuen Firma. Einer Gebäudereinigungsfirma. Ich muss dazu 15 km mit dem Privat PKW zu Firma zurücklegen und dann in das Firmenauto umsteigen. Von dort fahre ich dann von Station zu Station. Reine Fahrzeit liegt bei etwa 2 Stunden, mal mehr, mal weniger, je nach Tour. Ich bin mit 30 Std angemeldet, die eigentlich nur die Reinigung der Gebäude berücksichtigt, da ich jedoch täglich etwa 2 Stunden in dem Firmenauto unterwegs bin, kommen etwa 8-10 Stunden Fahrzeit pro Woche dazu, je nachdem ob ich Freitag auch fahren muss oder nicht. Hinzu kommt noch die Be – / Entladezeit des Autos, macht auch noch mal 2-3 Stunden pro Woche. Die Firma sagt, dass ist keine Arbeitszeit, aber es kann doch nicht wirklich sein, dass ich bis zu 12 Stunden in der Woche „im Auftrag der Firma“ unterwegs bin und diese nicht berechnet werden?!

    Vielen Dank für die Hilfe, damit ich mich besser auskenne 🙂

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Stephanie,

      die Zeit, die bei der Fahrt vom Unternehmen zum Kunden verstreicht, zählt als Arbeitszeit, so urteilte 2015 der Europäische Gerichtshof. Nur der Arbeitsweg zwischen dem eigenen Zuhause und dem Betrieb ist hiervon ausgenommen. Bei Problemen wenden Sie sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht. Dieser kann Ihr Arbeitsrecht verteidigen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  8. Tina

    Liebes Team,
    folgendes Problem bei mir: ich bin Pflegefachkraft und habe einen Arbeitsvertrag der besagt, das ich eine 5-Tage Woche/ 40 Std. Woche habe. Nun hat mein AG die täglichen Dienstzeiten verkürzt und folglich eine 6-Tage Woche geplant und will dies dauerhaft beibehalten ; Meine Frage- darf er das einfach so? Und was muss ich jetzt beachten.
    Lieben Dank

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Tina,

      ohne Anpassung des Vertrags sind Sie nicht verpflichtet, die Änderungen der Arbeitszeiten hinzunehmen. Sie sollten auf eine Anpassung bestehen. Es kann auch sinnvoll sein, sich diesbezüglich an einen Anwalt für Arbeitsrecht zu wenden. Dieser kann Ihren Fall genau analysieren.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  9. Agnes P.

    Habe einen 30ig stunden Job.
    Habe mit meiner Chefin ausgemacht das ich sie auf 4 Tage pro Woche leiste. Sie hat mir jetzt vorgeschlagen das ich Montags frei bekomme..
    Was ist nun wenn Montags ein Feiertag ist, wird der dann nicht gerechnet?
    Danke im vorraus…Agnes

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Agnes,

      da Sie am Montag sowieso frei hätten, hat dieser Umstand normalerweise keinen Einfluss auf Ihre Arbeitszeit.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  10. Daniel

    Hallo,
    Ich hab da mal ne frage. Wir müssen 173 Stunden im Monat Arbeiten. Haben eine 5 Tages Woche und müssen von 10 Uhr bis 19:30 uhr Arbeiten. Pause haben wir 1 Stunde und 30 Minuten.
    So
    Von 10 bis 19:30 sind es 9 Std. 30 Min. minus 1 Std. 30 Min. (Pause) sind also 8 stunden am Tag. 8 x 5 sind 40 Stunden in der Woche. Aber wir haben einen Vertrag in dem steht 173 std. Wir laufen also jede Woche 1std. 30 Min. Ins minus und können gar nicht die geforderten 173 Stunden erreichen. Ist das erlaubt. Wir arbeiten und arbeiten auch manchmal mehr von 9 uhr bis 19:30 aber wir gehen trotzdem jede woche mit 1std. 30 min. Ins minus…..

    Das kann nicht erlaubt sein…

    Kann mir da jemand weiterhelfen…

    MfG
    Dani

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Daniel,

      normalerweise dürfen Ihnen unverschuldet keine Nachteile entstehen. Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arbeitgeber über die Situation. Wenn Sie regelmäßig nur 40 Stunden in der Woche arbeiten, sollten Sie dies auch im Arbeitsvertrag festlegen. Wenden Sie sich ggf. an einen Anwalt für Arbeitsrecht, um den Sachverhalt zu klären.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  11. Karin S.

    Hallo,
    ich arbeite durchschnittlich 25 Stunden die Woche in einem Pflegeheim. Es gibt ca. 4 Wochen vorher einen Schichtplan.
    Kann mein Vorgesetzter diesen Plan kurzfristig beliebig ändern?

    In der einen Woche bin ich manchmal nur 1-mal, also für 1 Tag, eingeteilt (7 Stunden Arbeitszeit pro Schicht) und in der nächsten Woche dann 6 x (als 6 Tage) hintereinander (42 Stunden). Ist dies so erlaubt?

    Danke
    Karin

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Karin,

      ausschlaggebend sind die in Ihrem Arbeitsvertrag getroffenen Vereinbarungen. Sind feste Fristen für die Bekanntmachung bestimmt? Wurde eine garantierte Wochenarbeitszeit vereinbart? usf. Wenden Sie sich zur Klärung dieser und weiterer Fragen bitte an einen Anwalt. Wir sind an dieser Stelle nicht befugt, Ihnen Rechtsberatung zu erteilen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  12. Sebastian

    Hallo,
    eine Frage zu gesetzlichen Feiertagen und Entgeldfortzahlung

    In meinem Arbeitsvertrag steht als regelmäßige Arbeitszeit die 5 Tage Woche mit 40 Stunden.
    Als Zusatzklausel aber auch: Als regelmäßige Arbeitstage gelten alle Tage, die am Arbeitsort weder Sonntage noch gesetzliche Feiertage sind.

    Hat diese Klausel Gültigkeit, oder besteht dennoch eine Entgeldfortzahlungspflicht des Arbeitgebers?

    MFG Sebastian

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Sebastian,

      normalerweise gilt in solch einem Fall das Entgeltfortzahlungsgesetz. In § 2 ist festgelegt, dass Feiertage vergütet werden müssen, sollten diese Tage normalerweise Arbeitszeit bedeuten. § 12 legt fest, dass zu Ungunsten des Arbeitnehmers normalerweise nicht von diesem Gesetz abgewichen werden darf. Sprechen Sie diesbezüglich noch einmal mit Ihrem Arbeitgeber.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.