Mutterschaftsgeld vor und nach der Geburt: Wie hoch ist die Leistung?

Mutterschaftsgeld und Lohn: Die Leistung wird in der Höhe des Durchschnittlohns ausgezahlt.

Mutterschaftsgeld und Lohn: Die Leistung wird in der Höhe des Durchschnittlohns ausgezahlt.

In Deutschland sind Arbeitnehmerinnen besonders geschützt, wenn sie schwanger werden. Für einige Berufe gilt sogar ein generelles Beschäftigungsverbot, da sie während der Schwangerschaft in dem Beruf gesundheitlich gefährdet wären. Dies ist zum Beispiel bei Erziehern oder Krankenschwestern der Fall.

Aber auch Arbeitnehmerinnen, die weiterhin in ihrem Beruf tätig sind, können von einem besonderen Schutz profitieren. Beispielsweise ist Nachtarbeit verboten. Auch schwere Gegenstände dürfen nicht getragen werden und gesundheitsgefährdende Arbeiten sind nicht gestattet. Darauf muss der Arbeitgeber achten.

Muss eine schwangere Arbeitnehmerin bis zur Geburt des Kindes ihre Tätigkeit ausüben? Kurz vor und nach der Geburt des Babys ist die Frau durch das Mutterschaftsgeld abgesichert. Aber was ist das Mutterschaftsgeld eigentlich? Wie hoch ist das Mutterschutzgeld? Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

Wann wird der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld gezahlt? Hier mehr dazu!

Mutterschaftsgeld: Was ist das eigentlich?

Beim Mutterschaftsgeld bzw. Mutterschutzgeld handelt es sich um eine Entgeltersatzleistung für erwerbstätige Frauen. Das Mutterschaftsgeld wird per Gesetz sechs Wochen vor der Entbindung und bis acht Wochen nach der Entbindung gezahlt. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten kann die Leistung auch noch bis zu zwölf Wochen nach der Geburt in Anspruch genommen werden.

Wichtig für den Anspruch auf Mutterschaftsgeld ist, dass die Schwangere bei der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied ist. Dabei ist es unerheblich, ob Sie freiwillig oder pflichtversichert ist. Entscheidend ist ein Anspruch auf Krankengeld in den Rahmenbedingungen der Versicherung.

Grundsätzlich können auch Frauen im Mutterschutz das Mutterschaftsgeld bekommen, wenn sie in einem Arbeitsverhältnis stehen, ihnen allerdings durch die Mutterschutzfristen kein Arbeitsentgelt gezahlt wird. Dies ist beispielsweise bei Studentinnen oder Rentnerinnen der Fall.

Sie erhalten auch Mutterschaftsgeld, wenn Sie freiwillig gesetzlich versichert sind. Das kommt vor allem bei Schwangeren vor, die bis zum Beginn der Mutterschutzfrist versicherungsfrei beschäftigt sind. Sind Sie nicht berufstätig, haben Sie in der Regel keinen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld.

Worin liegt der Unterschied zwischen Mutterschaftslohn und Mutterschaftsgeld?

Was ist das Mutterschaftsgeld und wann wird es ausgezahlt?

Was ist das Mutterschaftsgeld und wann wird es ausgezahlt?

Nicht immer ist es für jede schwangere Arbeitnehmerin möglich, die Tätigkeit bis zum Eintritt des Mutterschutzes auszuüben. Meistens wird vom Arzt dann ein generelles oder individuelles Beschäftigungsverbot ausgesprochen. Dies ist nicht nur bei bestimmten Berufsgruppen wie Erzieherinnen oder Krankenschwestern der Fall, sondern auch bei einer Risikoschwangerschaft oder starken gesundheitlichen Problemen während der Schwangerschaft.

Zudem hat das Unternehmen die Möglichkeit, die Schwangere an einen anderen zumutbaren Arbeitsplatz zu versetzen, sodass sie bis zum Mutterschutz eine Tätigkeit ausüben kann. Oftmals wird bei einer anderen Tätigkeit allerdings nicht der gleiche Lohn gezahlt.

Damit Schwangere im Rahmen eines Beschäftigungsverbots oder einer Umsetzung im Unternehmen nicht mit finanziellen Einbußen rechnen müssen, erhalten Sie mindestens ihren Durchschnittsverdienst. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das Mutterschaftsgeld sondern um den Mutterschaftslohn.

Beim Mutterschaftslohn handelt es sich um ein steuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Es wird in der Regel in Höhe des Durchschnittsverdienstes der letzten drei Monate gezahlt. Wurde die Schwangere wöchentlich entlohnt, werden für die Berechnung die letzten 13 Wochen herangezogen.

Wie viel Mutterschaftsgeld zahlt die Krankenkasse?

Sofern Ihnen die Krankenkasse das Mutterschaftsgeld zahlt, handelt es sich dabei um eine einheitliche Höhe der Leistung. Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren derzeit maximal 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Kalendertag. 13 Euro pro Kalendertag reichen allerdings nicht zur Sicherung des Lebensbedarfs aus.

Aus diesem Grund erhalten Schwangere zusätzlich zum Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Durch den Arbeitgeberzuschuss soll der Verdienstausfall ausgeglichen werden. Das Mutterschaftsgeld sowie der Arbeitgeberzuschuss betragen zusammen das Durchschnittsgehalt der schwangeren Arbeitnehmerin.

Das ist so geregelt, damit das Beschäftigungsverbot durch die Schwangerschaft nicht zu einem wirtschaftlichen Nachteil der Arbeitnehmerin führt. Gesetzlich ist der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld in § 20 Mutterschutzgesetz (MuSchG) geregelt.

Einen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss haben Frauen,

  • die in einem Arbeitsverhältnis stehen,
  • die Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben und
  • die keine Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in Anspruch nehmen. Eine Ausnahme bilden hier Teilzeitbeschäftigte während der Elternzeit.
Negativbescheinigung über das Mutterschaftsgeld: Ggf. haben Sie Anspruch über das Bundesversicherungsamt.

Negativbescheinigung über das Mutterschaftsgeld: Ggf. haben Sie Anspruch über das Bundesversicherungsamt.

Für die Berechnung sind auch hier die letzten drei Monatsgehälter vor Beginn der Mutterschutzfrist entscheidend. Einmalige Leistungen durch den Arbeitgeber wie beispielsweise Weihnachts- oder Urlaubsgeld bleibt bei der Berechnung unberücksichtigt. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber für die Berechnung des Zuschusses zuständig.

Der Zuschuss wird wie das Mutterschaftsgeld sechs Wochen vor und acht Wochen nach dem Entbindungstermin ausgezahlt. Insgesamt haben werdende Mütter einen Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsgeld. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten kann die Leistung für bis zu 18 Wochen in Anspruch genommen werden.

Wichtig! Der Arbeitgeberzuschuss ist genauso wie das Mutterschaftsgeld steuer- und sozialabgabenfrei. Arbeitgeber können sich die Kosten durch den Zuschuss im Rahmen eines U2-Verfahrens erstatten lassen.

Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt: Wann ist dieses zuständig?

Familien- oder privatversicherte Schwangere können ebenfalls ein Mutterschaftsgeld erhalten. Dies wird allerdings meistens nicht von der Krankenkasse gezahlt. In dem Fall übernimmt das Bundesversicherungsamt das Mutterschaftsgeld.

Dies ist zum Beispiel bei Frauen der Fall, die zu Beginn der sechswöchigen Mutterschutzfrist vor der Geburt des Babys ein Arbeitsverhältnis hatten oder haben. Dies gilt auch für geringfügige Beschäftigungen wie Minijobs. Dazu gehört auch ein Wechsel von einem Beamtenverhältnis in ein normales Arbeitsverhältnis während des Mutterschutzes.

Wird das Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft bzw. während der Mutterschutzfrist vom Arbeitgeber mit Zustimmung der zuständigen Behörde aufgelöst, kann dies ebenfalls einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt rechtfertigen.

Diese Leistung erhalten Sie beispielsweise auch, wenn Sie über die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder das Sozialamt Berechtigungsscheine erhalten. Das Mutterschaftsgeld wird dann nicht in Höhe des Durchschnittseinkommens, sondern reduziert in Höhe von maximal 210 Euro der Mutterschaftsgeldstelle ausgezahlt.

Gibt es ein Formular für das Mutterschaftsgeld?

Bescheinigung für die Krankenkasse: Für das Mutterschaftsgeld muss der Arzt einen Schein ausstellen.

Bescheinigung für die Krankenkasse: Für das Mutterschaftsgeld muss der Arzt einen Schein ausstellen.

In der Regel müssen Sie, wenn Sie gesetzlich versichert sind, für die Beantragung die eine oder andere Bescheinigung für das Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse vorlegen. Grundsätzlich kann der Antrag erst erfolgen, wenn Sie eine Bescheinigung des Arztes oder der Hebamme über den voraussichtlichen Geburtstermin erhalten haben.

Für das Mutterschaftsgeld ist die Bescheinigung für die Krankenkasse vom Arzt kostenlos. Die Bescheinigung für das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse kann maximal sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ausgestellt werden. Die gleiche Bescheinigung benötigt auch Ihr Arbeitgeber für die Bewilligung des Zuschusses.

Wichtig! Für das Mutterschaftsgeld ist kein Formular oder Antrag nötig. Die Ausfertigung der Bescheinigung, die Sie vom Arzt oder der Hebamme erhalten, genügt als Antrag. Die Bescheinigung sollte allerdings noch mit Angaben zu Ihrer Kontonummer sowie zum aktuellen Arbeitgeber ergänzt und anschließend unterschrieben werden.

Nachdem Sie die Bescheinigung abgegeben haben, setzt sich die Krankenkasse mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung. Dort wird in der Regel für die Berechnung eine Entgeltbescheinigung für das Mutterschaftsgeld eingefordert.

Haben Sie einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt, können Sie den Antrag online stellen. Der Antrag wird nach der Angabe aller nötigen Informationen online abgeschickt. Eine postalische Zusendung mit Unterschrift ist nicht nötig.

Übrigens: Wenn Sie nach dem Mutterschaftsgeld Elterngeld beantragen wollen, verlangt die Elterngeldstelle in der Regel eine Bescheinigung über das Mutterschaftsgeld. Bei den meisten Krankenkassen muss diese nicht extra beantragt werden. Sie erhalten die Bescheinigung in der Regel mit der letzten Auszahlung der Leistung per Post.
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