Welchen Urlaubsanspruch Sie im Mutterschutz haben

Urlaubsanspruch: Gehen Sie in Mutterschutz, haben Sie den gleichen Anspruch auf Urlaub wie andere Arbeitnehmer.

Urlaubsanspruch: Gehen Sie in Mutterschutz, haben Sie den gleichen Anspruch auf Urlaub wie andere Arbeitnehmer.

Besonders im arbeitsrechtlichen Sinn kann eine Schwangerschaft zu Kopfzerbrechen führen. Laut Mutterschutzgesetz gelten sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber entsprechende Rechte und Pflichten, die strikt einzuhalten sind. Dazu gehört u. a. auch der Mutterschutz.

Innerhalb von sechs Wochen vor und zwölf Wochen nach der Geburt des Kindes, befindet sich die werdende Mutter im sogenannten Mutterschutz und darf nicht beschäftigt werden. Innerhalb dieser Zeit und während der gesamten Schwangerschaft gilt ein besonderer Kündigungsschutz.

Aber wie verhält es sich mit dem Urlaubsanspruch im Mutterschutz? Haben Schwangere während dem Mutterschutz die gleichen Urlaubstage wie Nichtschwangere? Wie erfolgt eine Berechnung vom Urlaubsanspruch im Mutterschutz? Mehr zum Thema lesen Sie im folgenden Ratgeber.

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Was ist der Mutterschutz und wer hat Anspruch darauf?

Werdende Mütter sind während der letzten Wochen Ihrer Schwangerschaft sowie einige Wochen direkt nach der Entbindung gesetzlich besonders geschützt. Die einzelnen Regelungen sind im Mutterschutzgesetz (MuSchG) festgelegt. Dementsprechend profitieren Schwangere während ihrer Schwangerschaft von einem besonderen Kündigungsschutz.

Das MuSchG wird durch die Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) ergänzt. Laut dieser Verordnung verpflichtet sich der Arbeitgeber dazu, die Schwangere von gefährlichen und schädlichen Tätigkeiten fernzuhalten und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Bevor wir erläutern, ob es einen Urlaubsanspruch im Mutterschutz gibt, gehen wir auf die Dauer des Mutterschutzes ein. Der Mutterschutz beginnt grundsätzlich sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Schwangere dürfen in dieser Zeit nicht arbeiten, außer sie erklären sich ausdrücklich dazu bereit.

Der Urlaub muss bei Mutterschutz nicht genommen werden. Die Auszeit wird durch das Gesetz bestimmt.

Der Urlaub muss bei Mutterschutz nicht genommen werden. Die Auszeit wird durch das Gesetz bestimmt.

Nach der Entbindung dürfen frischgebackene Mütter acht Wochen lang nicht beschäftigt werden. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten sowie nach der Entbindung eines behinderten Kindes kann ein Mutterschutz von zwölf Wochen in Anspruch genommen werden. Kommt das Kind früher zur Welt als geplant, werden die Tage, die vor der Geburt verloren gegangen sind, an die Schutzfrist nach der Geburt angehängt.

Während des Mutterschutzes erhalten beschäftigte Mütter Entgeltersatzleistungen von ihrem Arbeitgeber. Diese werden durch das sogenannte Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse aufgestockt. Dadurch ergeben sich für die Schwangeren keine monatlichen Gehaltseinbußen.

Haben Sie im Mutterschutz einen Urlaubsanspruch?

Werdende Mütter müssen sich nicht nur bezüglich der Geburt und Schwangerschaftsvorsorge kundig machen, sondern auch die arbeitsrechtlichen Bestimmungen sind von großem Interesse. Neben dem besonderen Kündigungsschutz und dem Beschäftigungsverbot, spielt auch der Urlaubsanspruch im Mutterschutz eine entscheidende Rolle.

Während des Mutterschutzes müssen schwangere Frauen nicht arbeiten gehen. Für den Zeitraum des Mutterschutzes muss allerdings kein Urlaub in Anspruch genommen werden, denn das Beschäftigungsverbot geht auf gesetzliche Regelungen zurück. Zudem wird der Urlaub während dem Mutterschutz nicht gemindert und bleibt der werdenden Mutter auch noch nach der Geburt erhalten, sofern er nicht schon angetreten wurde.

Im Klartext bedeutet dies, dass Sie trotz Mutterschutzurlaub bei Ihrem Arbeitgeber einen Urlaubsanspruch haben. Dieser ergibt sich aus 1/12 des Jahresurlaubs pro Monat, in welchem Sie in Mutterschutz sind.

Urlaubsanspruch vor dem Mutterschutz

Mutterschutz und Urlaubsanspruch: Welchen Einfluss hat das Beschäftigungsverbot auf die Urlaubstage?

Mutterschutz und Urlaubsanspruch: Welchen Einfluss hat das Beschäftigungsverbot auf die Urlaubstage?

Wenn Sie Ihr Beschäftigungsverbot antreten, müssen Sie den Urlaub nicht vollständig vor dem Mutterschutz nehmen. Für den Urlaubsanspruch im Mutterschutz gelten nämlich nicht die gleichen Richtlinien für die Übertragung des Jahresurlaubs normaler Arbeitnehmer. Denn der Jahresurlaub aus dem Vorjahr muss eigentlich bis spätestens 31. März des Folgejahres aufgebraucht werden, so sieht es § 7 Abs. 3 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) vor.

Für den Urlaub, der im Mutterschutz nicht genommen werden kann, gilt allerdings, dass dieser nicht verfällt und noch bis zum Ende des Mutterschutzes oder bis zum Ende einer anschließenden Elternzeit genommen werden kann. Der Urlaubsanspruch, der im Mutterschutz entstanden ist, kann so auch noch nach der Elternzeit im laufenden oder folgenden Kalenderjahr genommen werden.

Dazu ein Beispiel: Anna Herne hat von ihrem Jahresurlaub noch acht Tage übrig als sie am 23.11.2018 den Mutterschutz antritt. Am 4. Januar 2019 kommt ihre Tochter zur Welt. Der Mutterschutz geht noch bis zum 01.03.2019. Anschließend geht Anna zwei Jahre in Elternzeit und kommt am 04.01.2021 zurück an Ihren Arbeitsplatz. Zusätzlich zu ihrem bestehenden Jahresurlaub von März bis Dezember 2021 kann sie die acht Tage vom Urlaubsanspruch vor dem Mutterschutz entweder 2021 oder sogar bis Ende 2022 geltend machen.

Den Urlaubsanspruch im Mutterschutz berechnen

Eine Urlaubsberechnung für den Mutterschutz innerhalb des Beschäftigungsverbotes ist nicht nötig. Es besteht der gleiche Urlaubsanspruch im Mutterschutz wie im laufenden Kalenderjahr, wenn Sie beschäftigt sind. Haben Sie beispielsweise einen Anspruch auf 30 Tage pro Jahr, besteht nach dem Mutterschutz noch der gleiche Urlaubsanspruch.

Dementsprechend erwerben Sie einen Anspruch von 1/12 der Urlaubstage während dem Mutterschutz. Da Sie innerhalb des gesetzlichen Beschäftigungsverbots keinen Urlaub nehmen müssen, kann der Resturlaub nach dem Mutterschutz genommen werden.

Urlaubsanspruch nach dem Mutterschutz und der Elternzeit

Die Berechnung vom Mutterschutzbeginn erfolgt in der Regel vom Arbeitgeber selbst.

Die Berechnung vom Mutterschutzbeginn erfolgt in der Regel vom Arbeitgeber selbst.

Der Urlaub muss während dem Mutterschutz nicht genommen werden. Dennoch bleibt der Urlaubsanspruch trotz Mutterschutz für den Angestellten bestehen. Dies gilt auch, wenn die Schwangere nach dem Mutterschutz noch eine bis zu dreijährige Elternzeit anschließt. In diesem Fall kann der Resturlaub von vor dem Mutterschutz noch nach der Elternzeit im laufenden oder folgenden Kalenderjahr genommen werden.

Der Mutterschutz und der erworbene Urlaub unterscheiden sich allerdings von der Elternzeit. Im Gegensatz zum Urlaubsanspruch im Mutterschutz haben Sie keinen Anspruch auf Urlaub in der Elternzeit. Das Beschäftigungsverhältnis ruht während dieser Zeit, sodass der Arbeitgeber Ihnen den Jahresurlaub um 1/12 pro vollem Monat Elternzeit kürzen kann.

Hier liegt die Betonung allerdings auf dem Wort “kann”. Der Arbeitgeber muss den Urlaub nicht zwangsläufig streichen. Daher kann trotz Elternzeit der Urlaubsanspruch weiterhin bestehen. Arbeiten Sie allerdings während der Elternzeit weiterhin in Teilzeit im Unternehmen, kann der Arbeitgeber Ihnen den Urlaubsanspruch, wie im Mutterschutz, nicht streichen.
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