An welchem Arbeitsort müssen Sie Ihre vertraglich geschuldete Leistung erbringen?

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Wie lautet die Definition vom Arbeitsort? Als solcher wird die Stelle bezeichnet, an der Sie ihren Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber nachkommen.

Wie lautet die Definition vom Arbeitsort? Als solcher wird die Stelle bezeichnet, an der Sie ihren Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber nachkommen.

Im Vertragsrecht gilt für gewöhnlich: Die dem Rechtsgeschäft zugrundeliegenden Konditionen werden schriftlich und damit schwarz auf weiß vereinbart. Gleichwohl entfalten jedoch auch mündliche Absprachen ihre Wirkung. Hier ist die Belegbarkeit um einiges schwieriger.

Um für Klarheit zu sorgen, gibt es im Bereich Arbeitsrecht deshalb das Nachweisgesetz: Es besagt, die wesentlichen Arbeitsbedingungen sind schriftlich zu formulieren und dem Arbeitnehmer binnen 4 Wochen nach Antritt der Tätigkeit unterschrieben auszuhändigen. Zu diesen Informationen zählt ausdrücklich auch ein Hinweis zum Arbeitsort.

Was es hierbei vonseiten der Beschäftigten und der Arbeitgeber zu berücksichtigen ist, ob mehrere Arbeitsorte bestimmt werden können und unter welchen Umständen ein Arbeitsortwechsel erfolgen darf, das wird im folgenden Artikel geklärt.

Weitere Informationen zum Arbeitsort

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Dienstreise

Zählt der Zeitraum einer Dienstreise immer als Arbeitszeit und wird vergütet?

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Versetzung

Unter welchen Voraussetzungen ist eine Versetzung an einen anderen Ort erlaubt?

Was ist der Dienstort?

Flexibler Arbeitsort: Der Arbeitsvertrag kann Ihnen ebenfalls die Möglichkeit einräumen, im Home Office zu arbeiten.

Flexibler Arbeitsort: Der Arbeitsvertrag kann Ihnen ebenfalls die Möglichkeit einräumen, im Home Office zu arbeiten.

Der Ort, an dem die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen ist, trägt viele Namen:

  • Arbeitsort
  • Beschäftigungsort
  • Dienstort
  • Einsatzort

Sie alle bezeichnen im Endeffekt alle mehr oder weniger dasselbe. Der Begriff „Beschäftigungsort“ stammt aus dem Sozialgesetzbuch (SGB) Viertes Buch und wird nach § 9 SGB IV wie folgt definiert:

Beschäftigungsort ist der Ort, an dem die Beschäftigung tatsächlich ausgeübt wird.

Für gewöhnlich ist der Arbeitsort auch der Einsatzort und zwar ein bestimmter Betrieb eines Unternehmens. Und wie ist es geregelt, wenn von zuhause aus gearbeitet wird?

Der Arbeitsort im Arbeitsvertrag von Menschen, die in Heimarbeit arbeiten, stellt dann tatsächlich auch ihr zuhause dar (§ 2 Abs. 1 Heimarbeitsgesetz – HAG)

Manche Arbeitnehmer sind jedoch nicht nur an einem Ort, sondern an ganz verschiedenen Arbeitsorten tätig. Was dann?

Können auch wechselnde Einsatzorte bestimmt werden?

Nicht zwingend müssen Arbeitnehmer nur an einer Arbeitsstätte eingesetzt werden, sondern können auch herumreisen oder an verschiedenen Standorten eines Unternehmens tätig sein. Das SGB IV hält in diesem Zusammenhang fest, dass in diesem Fall die Arbeitsstätte als Beschäftigungsort gilt, an der sich der Arbeitnehmer den Großteil seiner Arbeitszeit aufhält.

Wer hingegen beispielsweise als Vertreter viel reist und damit per Definition keinen Arbeitsort hat, für den sieht der Gesetzgeber den Ort als Arbeitsstätte an, an dem der Betrieb ansässig ist.

Die Feiertagsregelung am Arbeitsort

Beim Arbeitsortprinzip werden Arbeitnehmer statistisch geografisch erfasst.

Beim Arbeitsortprinzip werden Arbeitnehmer statistisch geografisch erfasst.

Wer an der Grenze zwischen zwei Bundesländern lebt und dabei in dem einen lebt und in dem anderen arbeitet, wird es wissen: Feiertage gibt es bundesweit nicht gleich viele. Beispielsweise wird der Reformationstag nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen gefeiert. Doch was ist, wenn ich in Brandenburg lebe und in Berlin arbeite? Bekomme ich dann trotzdem frei?

Das Arbeitsrecht besagt: Die Feiertage am Arbeitsort zählen und nicht die am Wohnort. Natürlich haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Recht, anderweitige Absprachen zu treffen. Die Regelungen können beispielsweise auch in einer Betriebsvereinbarung festgehalten sein.

Was ist, wenn kein Arbeitsort im Arbeitsvertrag festgehalten ist?

Wie bereits ausgeführt wurde, handelt es sich bei der Angabe des Arbeitsorts um eine sehr wichtige Information. Insofern ist gerade in einem schriftlichen Arbeitsvertrag der Einsatzort in der Regel benannt. Was ist nun aber, wenn Sie Ihre Unterlagen durchforsten und dabei auf keinen Hinweis diesbezüglich stoßen?

In diesem Fall greift das Direktionsrecht. Der Arbeitsort kann demzufolge seitens des Arbeitgebers nach billigem Ermessen bestimmt werden. Das in der Gewerbeordnung definierte Weisungsrecht besagt, dass ein Vorgesetzter gemäß Arbeitsrecht den Arbeitsort festlegen darf, wenn dieser nicht im Arbeitsvertrag eindeutig definiert ist oder Einspruch vom Betriebsrat eingelegt wird.

Unter welchen Voraussetzungen kann gemäß Arbeitsrecht eine Versetzung erfolgen?

Ist der Einsatzort im Arbeitsvertrag eindeutig bestimmt, dürfte es Ihrem Vorgesetzten schwer fallen, eine Versetzung gegen Ihren Willen durchzusetzen. Hier greift der Arbeitsschutz. Der Arbeitgeber hat jedoch mit folgender Maßnahme die Möglichkeit, eine Änderung des Arbeitsortes vorzunehmen, wenn sein Direktionsrecht nicht greift: die Änderungskündigung.

Hiermit beendet er das ursprüngliche Arbeitsverhältnis und legt dem Betroffenen einen abweichenden Arbeitsvertrag mit anderem Standort vor (§ 2 Kündigungsschutzgesetz). Binnen drei Wochen nach der Zustellung hat der Arbeitnehmer die Chance, sich zu überlegen, ob er dem neuen (modifizierten) Arbeitsvertrag und damit der Änderung vom Arbeitsort:

  • zustimmt
  • vorbehaltlich zustimmt und die Rechtmäßigkeit im Rahmen einer Änderungsschutzklage überprüfen lässt
  • das Angebot ablehnt
Wie leicht ein Arbeitsort laut Vertrag verändert werden kann, ist abhängig von der jeweiligen genauen Formulierung. Befürchten Sie also, dass Ihr Chef Sie irgendwann versetzen will, sollten Sie bereits vor der Vertragsunterzeichnung darauf achten, welche Wortwahl im Dokument Anwendung findet. Bei Unsicherheiten kann es helfen, vorher einen Anwalt drüber schauen zu lassen.

Wobei handelt es sich um eine zumutbare Entfernung zum Arbeitsort?

Wobei handelt es sich um eine zumutbare Entfernung zum Arbeitsort? Es kommt auf Arbeitszeit und Gehalt an.

Wobei handelt es sich um eine zumutbare Entfernung zum Arbeitsort? Es kommt auf Arbeitszeit und Gehalt an.

Nicht immer findet sich ein Arbeitsplatz in der Nähe des eigenen Wohnortes. Viele Arbeitnehmer sind deshalb bereit, eine gewisse Strecke zur Dienststelle bzw. zum Dienstort (gilt für Beamte, Verwaltungsmitarbeiter etc.) zu pendeln, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch was passiert, wenn der Arbeitgeber den Arbeitsort gemäß Arbeitsrecht auf einmal verlegt? Welcher Abstand gilt noch als akzeptabel?

Mit dieser Frage haben sich schon zahlreiche Gerichte auseinandergesetzt und Folgendes festgehalten:

  • Ist kein Dienstort im Arbeitsvertrag festgehalten, muss eine Versetzung zumutbar sein.
  • Welcher Abstand vom Arbeitsort zum Wohnort als zumutbar gilt, wird für gewöhnlich individuell beurteilt. Bei der Einschätzung wird berücksichtigt, wie hoch die tägliche Arbeitszeit ist und welche Vergütung der Arbeitnehmer erhält. Je höher dieser ausfällt, desto weiter darf in der Regel auch der Arbeitsort entfernt sein.
  • Wenngleich im Arbeitsvertrag zum Arbeitsort eine Formulierung existiert, die besagt, dass eine Versetzung prinzipiell möglich ist, muss ein Arbeitnehmer nicht jede Entscheidung kampflos hinnehmen. Ob die konkrete Entfernung demnach zulässig ist, muss im Einzelfall geprüft werden. In diesem Fall kann die Hilfe eines Anwalts für Arbeitsrecht ratsam sein.

Fazit

Der Arbeitsort ist die Stelle, an welcher der Arbeitnehmer seiner Arbeit nachzugehen hat. Es muss sich nicht zwingend nur um einen definierten Ort handeln, im Arbeitsvertrag kann auch ein wechselnder Arbeitsort bestimmt sein. Ob eine Versetzung von einer Stelle an eine andere zulässig ist, geht aus den Vereinbarungen im Arbeitsvertrag hervor. Der Arbeitgeber hat hierbei jedoch nach billigem Ermessen vorzugehen. Das heißt: Er muss die Interessen des Arbeitnehmers berücksichtigen, wenn er von seinem Weisungs- oder Direktionsrecht Gebrauch macht. Je niedriger die Arbeitszeit und je geringer die dafür erhaltene Vergütung, desto kürzer ist in der Regel der Ihnen zumutbare An- und Abfahrtsweg.

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14 Gedanken zu „An welchem Arbeitsort müssen Sie Ihre vertraglich geschuldete Leistung erbringen?

  1. Petra G.

    Wenn in meinen Arbeitsvertag steht das ich bis 20 km fahren muss gilt das dann von zu hause oder von der Firma wo ich beschäftig bin wo ich aber nie hin fahre weil ich immer von zu Hause zu meinen Arbeitsplatz fahre.

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Petra,

      sehen Sie dies bitte in Ihrem Arbeitsvertrag nach. Sollten Sie hier keine Information finden, kontaktieren Sie bitte einen Anwalt.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  2. Sarah

    Hallo,

    Ich habe eine kurze Frage, ich möchte meinen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben und es wurde mündlich vereinbart, dass mein Einsatzort in Erfurt bleibt. Jedoch steht im Vertrag, dass ich auch an anderen Orten eingesetzt werden kann.

    Nun möchte ich, dass in der Zusatzvereinbarung festgehalten wird, dass der Einsatzort Erfurt bleibt, sofern nicht anderes schriftlich vereinbart wird.

    Wie spreche ich meinen neuen AG darauf an und geht das so einfach mit der zusatzvereinbarung?

    Lg Sarah

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Sarah,

      dies können Sie entweder direkt im Arbeitsvertrag regeln oder durch eine Zusatzvereinbarung. Sprechen Sie Ihren neuen Arbeitgeber darüber und verweisen Sie auf die das Gespräch.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  3. Ines

    Hallo,

    wie sieht es bei einer Beschäftigung von deutschen Praktikanten im Ausland aus? Kann ein deutscher Vertrag mit Arbeitsort XX im Ausland erstellt werden?

    Liebe Grüße

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Ines,

      ein Auslandspraktikum ist in aller Regel zulässig. Der Arbeitsvertrag darf dabei jedoch auch nicht gegen geltendes Arbeitsrecht des Einsatzlandes verstoßen. Wenden Sie sich für die Bewertung Ihres Einzelfalls bitte vorab an Ihren Anwalt.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  4. Sandro

    Guten Tag.
    Mein Arbeitgeber möchte mich kündigen, kann er aber nicht. Den angebotenen Aufhebungsvertrag habe ich abgelehnt. Meinen Vorschlag hat der AG abgelehnt. Nun will er mich an einen anderen Standort verlegen. Mind 20km Entfernung. Ich arbeite aber nur als TZ 4 Tage/Woche bin nicht mobil. Darf er das auch wenn im Vertrag stwht, dass ich evtl woanders arbeiten müsste? Da er meine jetzige Stelle als Jobanzeige aufgegeben hat, handelt er nicht mit billigem Ermessen. Kann ich dagegen vorgehen?

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Sandro,

      sofern im Arbeitsvertrag festgelegt ist, dass die Arbeit an einen anderen Standort verlegt werden kann, ist dies rechtens. Im Zweifelsfall können Sie Rat bei einem Anwalt suchen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  5. Unschlüßig

    Hilfe…. bitte um Unterstützung, kann mir jemand von Euch erklären was folgende Klausel aussagt:

    Erste Tätigkeitsstätte ist… (Standort eines Unternehmensteils in dem ich momentan arbeite).

    Das Unternehmen behält sich vor, Hr….. eine andere gleichwertige oder zusätzliche Tätigkeiten zu übertragen, die seiner Vorbildung und seinen Fähigkeiten entspricht, auch soweit damit eine Änderung des Arbeitsortes verbunden ist. Das Recht des Untenehmens, Hr… andere Aufgaben zu übertragen, wird auch durch eine länger währende Tätigkeit auf einem bestimmten Arbeitsplatz oder -ort nicht eingeschränkt.
    Hr… verpflichtet sich, alle ihm übertragenen Aufgaben sorgfältig und nach bestem Vermögen auszuführen.

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo,

      das bedeutet im Klartext, dass Sie an einen anderen Arbeitsort versetzt werden können und auch eine andere Tätigkeit ausüben könnten, wenn es nicht genug Arbeit gibt. Allerdings nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und Kenntnisse.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  6. Franz

    Hallo,

    habe eine Homeoffice Vereinbarung zum Arbeitsvertrag, darin steht das nur das der “ständige Arbteitsplatz des Angestellten ist dessen Wohnsitz”. Ich wohne in Bundesland A und die Betriebstätte ist in Bundesland B und kann jederzeit dorthin abberufen werden. Bin Vertreter und viel unterwegs. Welche Feiertage gelten nun? Es steht sonst nichts in der Homeofficevereinbarung drin. Es gibt keine Betriebs oder sonstige Vereinbarungen dazu

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Franz,

      in diesem Fall gelten die Feiertage des Wohnortes, also die von Bundesland A.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  7. Andrea

    Hallo,

    meine Firma ist in Bayern ansässig, ich arbeite jedoch in Hamburg vom Home-Office aus. Dies ist jedoch im Vertrag nicht geregelt und auch ist nicht geregelt, welches der Arbeitsort ist.

    Gelten für die Feiertage aus Bayern oder nur aus Hamburg?

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Andrea,

      wenn die Firma in Bayern ansässig ist, ist dies der reguläre Arbeitsort, sofern im Vertrag nichts anderes vereinbart wurde. Dabei gelten ausschließlich die Feiertage für Bayern.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten

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