Müssen Sie eine Abmahnung wegen Beleidigung befürchten?

Sie können eine Abmahnung wegen Beleidigung erhalten, wenn Sie Kollegen oder Ihren Chef unsachlich persönlich angehen.

Sie können eine Abmahnung wegen Beleidigung erhalten, wenn Sie Kollegen oder Ihren Chef unsachlich persönlich angehen.

Im Arbeitsalltag müssen häufig viele Entscheidungen getroffen werden, die mal von größerer Wichtigkeit und mal eher ungeordnet sind. Angesichts verschiedener Aufgabenbereiche sind Arbeitnehmer dabei häufig auf die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten angewiesen – nicht nur im Büro.

Nicht immer sind sich dabei alle grün – das kann auf der persönlichen Chemie oder auch inhaltlich unterschiedlichen Ansichten beruhen.

Ein Wort ergibt dann häufig das andere – wer sich nicht unter Kontrolle hat, riskiert aus diesem Grund schnell eine Abmahnung wegen Beleidigung.

Beleidigungen am Arbeitsplatz

Nicht jeder Arbeitnehmer berücksichtigt allzeit die Regeln des respektvollen Umgangs miteinander. So mancher reagiert in scheinbar harmlosen Situationen schnell ausfallend und cholerisch, wenn er sich beispielsweise persönlich angegriffen fühlt. Er muss dann mit einer Abmahnung wegen Beleidigung rechnen.

Das Arbeitsrecht unterscheidet zwei verschiedene Arten der persönlichen Herabsetzung von Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden:

  1. inhaltlich beleidigende Äußerungen: die Wirkung ergibt sich aus der reinen Formulierung
  2. Formalbeleidigung: bewusst ehrverletzende Aussagen, deren Wirkung erzeugt wird durch Form oder Umstände

Der Chef beleidigt Mitarbeiter – was können Sie tun?

Auch Vorgesetzte stehen bisweilen richtig unter Stress, den sie ab und an direkt in Form beleidigender Äußerungen an ihre Untergebenen weitergeben. Dabei muss es sich nicht zwingend um ein absichtliches Verhalten handeln. Einige merken gar nicht, dass sie ihr Gegenüber mit ihren Aussagen verletzt haben.

Bei einer Formalbeleidigung ergibt sich die Herabsetzung nicht durch den Inhalt, sondern z. B. aus den Umständen.

Bei einer Formalbeleidigung ergibt sich die Herabsetzung nicht durch den Inhalt, sondern z. B. aus den Umständen.

Wann laut Arbeitsrecht eine Beleidigung vorliegt, ist unter anderem abhängig davon, welcher Umgangston normalerweise im Betrieb gepflegt wird. Denn: Nicht in allen Branchen gehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer naturgemäß gleich miteinander um. Während in manchen Unternehmen ein rauer Ton an der Tagesordnung ist, wird in anderen sehr viel Wert auf den Umgang miteinander gelegt.

Hat sich ein Chef richtig auf einen Mitarbeiter eingeschossen und beleidigt ihn systematisch vor anderen Kollegen, kann es sich um Mobbing – speziell Bossing – handeln. Wie Sie hiergegen vorgehen können, erfahren Sie unter anderem von einem Rechtsanwalt. Auch der Betriebsrat ist ein möglicher Gesprächspartner.

Beleidigung am Arbeitsplatz durch Kollegen

Die Hürde für Beleidigungen zwischen Mitarbeitern ist in der Regel niedriger, da sie häufiger miteinander zu tun haben und persönliche Abneigungen hier eher eine Rolle spielen. Viele Arbeitnehmer fühlen sich sicherer, da ein Kollege nicht über die anstehende Karriere entscheidet.

Das heißt jedoch nicht, dass keine Abmahnung wegen Beleidigung zu erwarten ist und sie einen Freifahrtschein haben. Durch herabsetzende Äußerungen wird das Betriebsklima beeinträchtigt und damit eine arbeitsvertragliche Pflicht verletzt. Dieses Verhalten rechtfertigt deshalb, dass Arbeitgeber wegen Beleidigung abmahnen.

Eine Abmahnung stellt häufig den ersten Schritt der, dem eine Kündigung folgt, wenn der Arbeitnehmer Kollegen oder Chefs weiterhin unsachlich angeht und beleidigt. Besonders sensibel sind Unternehmen in der Regel, wenn Mitarbeiter ausfallend gegenüber Kunden werden.

Wie sieht eine Abmahnung wegen Beleidigung aus? Unser Muster zeigt es Ihnen

Eine fristlose Kündigung folgt auf die Beleidigung, wenn sie besonders schwerwiegend war.

Eine fristlose Kündigung folgt auf die Beleidigung, wenn sie besonders schwerwiegend war.

Eine Abmahnung wird dem Betroffenen in der Regel schriftlich zugestellt, um einen Nachweis des Vorgangs zu haben. Sie führt detailliert auf, wie, wann und wo sich der Abgemahnte falsch verhalten hat und was bemängelt wird.

Darüber hinaus werden auch die Konsequenzen aufgezeigt, sollte der Arbeitnehmer den Schuss vor den Bug nicht ernstnehmen.

Name des Unternehmens
Vor- und Zuname des Ansprechpartners
Straße und Hausnummer
Postleitzahl und Ort

Vor- und Nachname des Arbeitnehmers
Adresse des Arbeitnehmers
Postleitzahl und Wohnort

Ort, Datum

Muster einer Abmahnung wegen Beleidigung

Sehr geehrte(r) Frau/Herr [Name des Adressaten],
zu unserem Bedauern äußerten Sie sich am [Datum einfügen] gegenüber Herrn [Name einfügen] in einem Meeting mit der gesamten Abteilung wie folgt: „Sie dummer Esel, Sie glauben wohl doch nicht wirklich, dass ich mich von Ihnen herumkommandieren lasse wie ein Tanzbär. Ihren Scheiß können Sie gefälligst alleine machen. Sie können mich mal. Ein beschissenes Wochenende noch.“ Danach verließen Sie vor aller Augen wutentbrannt den Raum inkl. Türschmeißen.

Dieses Verhalten entspricht nicht den arbeitsvertraglichen Pflichten, denen Sie mit Ihrer Unterschrift auf Ihrem Arbeitsvertrag zugestimmt haben. Wir wünschen uns einen respektvollen Umgang unserer Mitarbeiter miteinander, das den Betriebsfrieden wahrt. Hiergegen haben Sie verstoßen, weshalb wir Sie abmahnen.

Wir fordern Sie dazu auf, sich derlei herabsetzende Äußerungen in Zukunft zu verkneifen und Diskussionen sachlich zu führen. Kommen Sie dieser Aufforderung nicht nach, müssen Sie damit rechnen, eine fristlose Kündigung wegen Beleidigung zu erhalten.

Dieses Schreiben wird als Kopie Eingang in Ihre Personalakte finden.

Mit freundlichen Grüßen
__________________________
Unterschrift des Arbeitgebers

__________________________
Unterschrift des Arbeitnehmers

Abmahnung erhalten am: __________________________

Das Muster zur Abmahnung wegen Beleidigung können Sie sich auch herunterladen. Es steht Ihnen als .doc und als .pdf zur Verfügung – und zwar ganz kostenlos. Alles, was Sie noch tun müssen, ist die Anpassung des Schreibens an den individuellen Fall. Schließlich gleicht kaum eine Beleidigung der anderen.

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