Mindestlohn in der Ausbildung: Oft müssen Azubis darauf verzichten

Mindestlohn in der Ausbildung ist nicht  gesetzlich vorgeschrieben.

Mindestlohn in der Ausbildung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Diese bekannte Redensart soll mitunter ausdrücken, dass Auszubildende sich innerhalb der beruflichen Lehre besonders anstrengen müssen und noch nicht alle Privilegien von ausgelernten Kräften genießen können. Doch wirkt sich das auch aufs Gehalt aus?

So fragt sich nicht selten der ein oder andere Azubi: Ist Mindestlohn in der Ausbildung eigentlich vorgeschrieben? Eine konkrete Antwort hält der folgende Ratgeber bereit. Hier werden Sie darüber aufgeklärt, welche Faktoren beim Mindestlohn für Auszubildende entscheidend sind und welche grundlegenden Ausnahmeregelungen der Gesetzgeber bewusst aufgestellt hat.

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Klare Ausnahmeregelungen zum Mindestlohn

Nicht nur Auszubildende müssen auf Mindestlohn teilweise verzichten. Doch woran liegt das? Tatsächlich wurde der Mindestlohn, der seit dem 1. Januar 2015 in vielen Bereichen gezahlt werden muss, eingeführt, um Phänomene wie Lohndumping durch ausländische Billigkonkurrenz aufzuhalten.

Jeder Beschäftigte soll durch die Ausübung einer Vollzeittätigkeit die Möglichkeit besitzen, ein angemessenes Leben zu führen, in dem keine Armut zu befürchten ist. Folglich wurde der Mindestlohn auch möglichst flächendeckend eingeführt. Einige Ausnahmeregelungen wurden jedoch auch aufgestellt, um bestimmte Negativfolgen zu vermeiden.

So gelten bis zum 31. Dezember 2017 noch einige Übergangsregelungen. Sobald diese abgelaufen sind, spätestens ab dem 1. Januar 2018, gilt der allgemeingültige gesetzliche Mindestlohn.

Es gibt zwar keine Mindestvergütung in der Ausildung, jedoch existieren zusätzliche Finanzhilfen.

Es gibt zwar keine Mindestvergütung in der Ausildung, jedoch existieren zusätzliche Finanzhilfen.

Dieser betrifft aber wiederum nicht alle Praktikanten, die erste berufliche Erfahrungen in Unternehmen sammeln. Dauert ein freiwilliges Praktikum nicht länger als drei Monate oder wird dieses im Rahmen einer hochschulischen Ausbildung absolviert, gibt es keinen Anspruch auf Mindestvergütung.

Doch warum gibt es keinen Mindestlohn in der Ausbildung? Zum einen liegt das an der Voraussetzung der Volljährigkeit.

Unter 18-Jährige, welche einen Großteil der Azubis ausmachen, können sich ebenfalls nicht auf Mindestlöhne berufen. Doch auch der Mindestlohn bei Auszubildenden, die das 18. Lebensjahr erreicht bzw. überschritten haben, ist ausgeschlossen.

Dass es keinen Mindestlohn für Azubis gibt, liegt auch an ihren Rechten und Pflichten. Denn grundsätzlich sind diese nicht in einem Arbeits-, sondern in einem Ausbildungsverhältnis tätig und unterschreiben einen entsprechenden Vertrag. Ein Auszubildender gleicht also vom Status nicht einem Arbeitnehmer. Gleichzeitig sorgt der Gesetzgeber mit dieser Ausnahme dafür, dass Arbeitgeber dazu motiviert werden, mehr Lehrlinge einzustellen.

In der Ausbildung ohne Mindestlohn auskommen: Tipps & Tricks

Ein fehlender Mindestlohn in der Ausbildung kann das Gehalt, je nach Branche und Lehrberuf, schon etwas schmaler ausfallen lassen. Doch es gibt Mittel und Wege der Kompensation. So kann unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise ein Finanzzuschuss durch die Bundesagentur für Arbeit erfolgen, der als Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bekannt ist. Dabei gilt:

  • Es muss ein anerkannter Ausbildungsberuf vorliegen, der in Verbindung zu einem Betrieb steht.
  • Wer im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses nicht bei den Eltern wohnen kann bzw. umziehen muss, kann außerdem mit Wohngeld unterstützt werden.
  • Dabei muss nachgewiesen werden, dass weder die Eltern noch ein Ehepartner finanzielle Unterstützung geben können.

Diese Zusatzhilfe sorgt auch bei fehlendem Mindestlohn in der Ausbildung dafür, dass die Lehrjahre in Unternehmen und Berufsschule angemessen verlebt werden können.

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