Ist der Mindestlohn für den Minijob ebenfalls gesetzlich vorgegeben?

Gesetzlicher Mindestlohn in Minijob: In vielen Fällen gilt dieser auch hier!

Gesetzlicher Mindestlohn in Minijob: In vielen Fällen gilt dieser auch hier!

Seit dem 01. Januar 2015 gilt in Deutschland das Mindestlohngesetz und der damit verbundene Grundlohn, welcher mittlerweile 8,84 Euro pro Stunde beträgt (Stand: 2018). Dieser gilt für verschiedene Branchen und Jobhierarchien.

Interessant ist dabei die Lage der Minijobber. Es stellt sich die Frage: Sorgt auch geringfügige Beschäftigung dafür, dass Mindestlohn gezahlt wird? Hier erfahren Sie, wie der Mindestlohn beim Minijob geregelt ist, wenn die Gehaltsgrenze bei 450 Euro im Monat liegt. Dazu begutachten wir die Lage der Minijobs in Deutschland und verraten, ob sich Arbeitgeber grundsätzlich an geltende Gesetze halten.

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Geltende Gesetzeslage: Mindestlohn ist auch bei einem Minijob Pflicht

Tatsächlich spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob ein Arbeitnehmer eine Vollzeitstelle besetzt oder als Minijobber höchstens 450 Euro im Monat verdient: Der Gesetzgeber verlangt, dass der Mindestlohn für geringfügig Beschäftigte ebenso gezahlt werden muss, wie es bei anderen Jobpositionen der Fall ist.

Es gibt jedoch Ausnahmen, die den Mindestlohn betreffen und auch vor Minijobs nicht haltmachen. So dürfen geringfügig Beschäftigte keinen Mindestlohn erwarten, wenn Sie noch nicht volljährig sind. Denn nur diejenigen, welche das 18. Lebensjahr bereits erreicht haben, besitzen laut Mindestlohngesetz auch einen Anspruch.

Davon abgesehen gilt jedoch grundsätzlich in jedem Minijob der Mindestlohn. Doch halten sich auch alle Arbeitgeber daran und zahlen ihren Pauschalkräften die 8,84 Euro pro Stunde (Brutto)? Der nächste Abschnitt beleuchtet die Lage auf dem Arbeitsmarkt diesbezüglich etwas genauer und zeigt, ob sich der Mindestlohn im Minijob behaupten konnte.

An den Mindestlohn im Minijob wird sich nicht immer gehalten

Mindestlohn im 450-Euro-Job: Viele Unternehmer halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.

Mindestlohn im 450-Euro-Job: Viele Unternehmer halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.

Der Mindestlohn, der für geringfügige Beschäftigung wie für festangestellte Vollzeitkräfte vorgegeben ist, wird auch von den meisten Arbeitgebern bezahlt. So fordert es schließlich der Gesetzgeber.

Bei Verstößen drohen unter anderem Geldbußen für die Unternehmer. Interessant sind diesbezüglich deshalb die Ergebnisse einer Studie des WI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016:

  • Demnach erhalten etwa 14,5 Prozent der befragten Arbeitnehmer mit Minijobs nicht den gesetzlichen Mindestlohn.
  • Doch nicht nur in Bezug auf den Mindestlohn sind im Minijob Defizite zu erkennen: So erhält ein gutes Drittel der Studienteilnehmer keinen bezahlten Urlaub und auch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Minijobber sollten darauf achten, den Mindestlohn auch für ihren Minijob zu erhalten. Ist dies nicht der Fall, kann es helfen, sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht zu wenden, wenn sich der Chef querstellt.

Unternehmer sollten sich jedoch gut überlegen, ob sie sich weigern wollen, den Mindestlohn beim Minijob zu zahlen. Geldbußen können Höhen von bis zu 500.000 Euro erreichen. Dazu ist es möglich, dass es über einen bestimmten Zeitraum zum Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge kommt. 450-Euro-Minijobber haben zudem bis zu drei Jahre nach nicht gezahltem Mindestlohn das Recht, zu klagen. Erst dann verfallen die bestehenden Ansprüche.
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3 Gedanken zu „Ist der Mindestlohn für den Minijob ebenfalls gesetzlich vorgegeben?

  1. D. Schmidt

    Es ist wieder einfach die Bevormundung durch denm Staat, welche hier zu gut gemeint ist.
    Ich als Rentner mit Eigentumswohnung und sehr guter Rente mache eine Hausmeistertätigkeit im eigenen Objekt. Dies nicht aus finanzieller Not, sondern um das Grundstück ordentlich zu halten.
    Mich interessiert hier kein Mindestlohn oder ähnliches.
    Da aber die Hausvewaltung, worüber letztlich die Bezahlung läuft, nun Stundenzettel usw. von mir fordert, werde ich das wohl nicht mehr tun.
    Also durch den asozialen Gutmenschenstaat wir auch hier vernüftiges Arbeiten erschwert.
    Warum kann man sich nicht gegen dass ständige “Schützen” durch den Staat wehren.

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  2. Hannelore

    leider konnte ich nirgendwo erfahren, ob ich als 450,- € Jobber und auch an Feiertagen arbeiten muß
    (Tankstelle) anspruch auf einen Feiertagszuschlag habe. Z.B Pfingsten, Christi Himmelfahrt oder 1 Mai.

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    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Hannelore,

      einen gesetzlichen Anspruch auf Feiertagszuschlag gibt es nicht, allerdings muss der Arbeitgeber Minijobber, Teil- und Vollzeitkräfte gleich behandeln. Das heißt, zahlt ein Arbeitgeber den Teilzeitkräften einen Feiertagszuschlag, so sollten diesen auch Minijobber erhalten. Im Einzelfall kann aber nur ein Anwalt für Arbeitsrecht verbindlich sagen, was Ihnen zusteht.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

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