Mindestlohn in Großbritannien

Von arbeitsvertrag.org, letzte Aktualisierung am: 21. November 2020

Der Mindestlohn existiert in Großbritannien seit über 20 Jahren und wird konstant erhöht.
Der Mindestlohn existiert in Großbritannien seit über 20 Jahren und wird konstant erhöht.

Niedriglöhne sorgen in vielen Ländern dafür, dass Menschen trotz harter Arbeit kaum über die Runden kommen. Um gegen Lohndumping dieser Art vorzugehen, wurde vielerorts ein gesetzlicher Mindestlohn geschaffen. In Deutschland war es im Jahr 2015 soweit. Doch wie sieht die Lage in Großbritannien aus?

Hier erfahren Sie, wie Mindestlöhne in England geregelt sind. Es wird also deutlich, wie hoch dieser angesetzt ist und welche Bedingungen für den Anspruch darauf gelten. Nicht zuletzt wird beleuchtet, welche Auswirkungen der Mindestlohn in Großbritannien auf das Leben der dort tätigen Arbeitnehmer hat.

Kompaktwissen: Mindestlohn in Großbritannien

Erhalten Beschäftigte in Großbritannien einen Mindestlohn?

Ja, Großbritannien gehört zu den europäischen Ländern, in denen es eine gesetzliche Lohnuntergrenze gibt.

In welcher Höhe bewegt sich der Mindestlohn in Großbritannien?

Der Mindestlohn liegt in Großbritannien aktuell bei 8,85 Euro (Stand: 2019).

Welche Auswirkungen hatte die Einführung eines Mindestlohns auf Großbritannien?

Bereits 1999 wurde der Mindestlohn in GB eingeführt. Welche Auswirkungen dies auf den Arbeitsmarkt hatte, lesen Sie hier.

So ist der Mindestlohn in England geregelt

Deutsche Arbeitnehmer profitieren aktuell von einem vorgegebenen Mindestlohn, der 9,35 Euro pro Stunde (Brutto) ausmacht. Hierzulande gelten gesetzliche Vorgaben dazu jedoch erst seit Januar 2015. In Großbritannien gibt es schon weitaus länger ein gesetzliches Grundgehalt.

So kam es, dass die 1997 gewählte Labour-Regierung eine sogenannte Low-Pay-Commission einrichtete, die unter anderem damit beauftragt wurde, Empfehlungen zum englischen Mindestlohn zu unterbreiten. Mit der Hilfe dieser Komission kam es dann auch zur Einführung der Mindestlohngrenze, die aktuell bei 7,51 Pfund pro Stunde (Stand: 2018, abhängig vom jeweiligen Kurs) liegt. Bis 2020 soll der Mindestlohn in Großbritannien sogar auf 9 Pfund ansteigen.

Doch nicht jeder Arbeitnehmer auf der Insel besitzt auch einen Anspruch auf das vorgegebene Mindestgehalt. Beschäftigte müssen mindestens 25 Jahre alt sein. Jüngere Angestellte müssen sich daher mit weniger zufrieden geben.

Der Mindestlohn in England soll zukünftig auf 9 Pfund pro Stunde ansteigen.
Der Mindestlohn in England soll zukünftig auf 9 Pfund pro Stunde ansteigen.

Dafür erhalten diejenigen mit Anspruch nicht selten sogar mehr, als der Gesetzgeber vorgibt.

Der Mindestlohn in Großbritannien hat über die Jahre das Lohnniveau deutlich angehoben.

So halten sich viele große Unternehmen freiwillig an die Lohnuntergrenze, welche durch die Low-Pay-Commission vorgegeben wird.

Und doch werden immer wieder kritische Stimmen laut, die befürchten, dass die Lohnerhöhungen für Probleme auf dem Arbeitsmarkt sorgen können. Die Realität scheint jedoch anders auszusehen.

Die Auswirkungen vom Mindestlohn auf Großbritannien

Seit der ersteinmaligen Einführung des britischen Mindestlohns im Jahr 1999 gab es viele Untersuchungen und Studien zu den Auswirkungen auf den englischen Arbeitsmarkt. Diese zeichnen ein überwiegend positives Bild:

  • Die Empfehlungen der zuständigen Kommission werden sowohl von Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern als sinnvoll erachtet.
  • Das Lohnniveau hat sich seit Mindestlohneinführung deutlich erhöht.
  • Die Beschäftigung des Landes hat durch die höheren Ausgaben der Unternehmer nicht den befürchteten Schaden genommen.
Es lässt sich aber natürlich nicht völlig ausschließen, dass nicht einige Arbeitsplätze den erhöhten Lohnkosten zum Opfer fallen. Britische Arbeitgeber können jedoch Maßnahmen ergreifen, welche die negativen Auswirkungen der erhöhten Kosten ausgleichen.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie der Ausstieg aus der EU auf Dauer den Mindestlohn in Großbritannien beeinträchtigt. Auch nach Umrechnung in Euro befand sich England lange an der europäischen Spitze, was die Höhe des gesetzlichen Grundgehalts betrifft. Der politische Ausstieg hat jedoch bereits dafür gesorgt, dass der Wert des britischen Pfunds stark abgenommen hat. Die kontinuierliche Erhöhung des Mindestlohns soll Geringverdiener jedoch vor zu starken Beeinträchtigungen durch Wertverlust bewahren.

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