NGG – Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

In der NGG können Sie Mitglied werden, wenn Sie in Gastronomie, dem Bäckerhandwerk oder der Fleischindustrie arbeiten.
In der NGG können Sie Mitglied werden, wenn Sie in Gastronomie, dem Bäckerhandwerk oder der Fleischindustrie arbeiten.

Arbeitnehmer verschiedener Branchen schließen sich häufig zu sogenannten Gewerkschaften zusammen, in denen sie gebündelt ihre Interessen gegenüber Arbeitgebern vertreten. Für Mitarbeiter, die in Gaststätten, beim Bäcker oder in der Fleischindustrie ihre Arbeit verrichten, tritt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein.

Der vorliegende Artikel verrät Ihnen, was diese Arbeitnehmervertretung für ihre Mitglieder tut, wie Sie Mitglied werden oder eine NGG-Mitgliedschaft kündigen können.

Kompaktwissen: NGG 

Wen vertritt die NGG?

Mitglieder der Gewerkschaft sind unter anderem Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, der Tabakindustrie und den verschiedenen Gewerben zur Herstellung von Nahrungsmitteln.

Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft in der NGG?

Hier haben wir einige Vorteile aufgelistet.

Worauf gilt es zu achten, wenn ich bei der NGG austreten will?

Bei einer Kündigung der Mitgliedschaft müssen Sie grundsätzlich die Kündigungsfristen berücksichtigen. Bei der NGG beträgt diese sechs Wochen vor dem Ende des jeweiligen Quartals.

Die Gewerkschaft der Gastronomie

Wer in der Lebensmittelindustrie arbeitet, weiß: Problematisch sind neben relativ geringen Gehältern in der Produktion vor allem die Arbeitszeiten. Egal, ob als Koch in der Gastronomie oder in der Fleischverarbeitung: In der Regel wird sehr lange und hart geschuftet – und das meist im Stehen. Das strengt den Körper an und führt auf Dauer zu hohen Belastungen bei den Arbeitnehmern.

Hier setzt die Gewerkschaft Nahrungsmittel und Genuss an. Sie setzt sich als Deutschlands älteste Gewerkschaft für ihre Mitglieder ein, die auch in der Süßwaren-, Tabak- und Getränkeindustrie arbeiten, und fordert bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Zudem gehört sie dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an.

Eine der zentralen Aufgaben der Nahrungsmittel-und-Genuss-Gewerkschaft ist es, als eine der Tarifparteien Tarifverträge mit Arbeitgebern abzuschließen. Dabei werden Themen wie Lohnerhöhung und Arbeitszeitverringerung häufig sehr hart diskutiert, stehen sich die Interessen doch oft konträr gegenüber.

Der Entgelttarifvertrag für die Systemgastronomie

Bei der NGG handelt es sich um die Arbeitnehmervertretung derer, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben.
Bei der NGG handelt es sich um die Arbeitnehmervertretung derer, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben.

Einer der unter der Beteiligung von der Gewerkschaft für Nahrungsmittel und Genuss (NGG) ausgehandelten Tarifverträge ist der Entgelttarifvertrag für die Systemgastronomie.

In diesem hat sich die NGG mit dem Bundesverband der Systemgastronomie e.V. mit Wirkung ab dem 1. Januar 2015 auf Folgendes geeinigt:

  • Mit Zustimmung der NGG wurden Lohngruppen bzw. Tarifgruppen gebildet. Bei Einstellung werden Mitarbeiter in diese einsortiert, wobei das im Tarifvertrag festgehaltene Entgelt mindestens zu zahlen ist.
  • Ausschlaggebend für die Zuordnung sind die Tätigkeiten, die überwiegend ausgeführt werden.
  • Personen, die rotieren, also in bestimmten Abständen verschiedene Arbeiten ausführen, werden laut Absprachen des Arbeitgeberverbandes und der NGG gemäß Entgelttabelle zunächst in Gruppe 1 eingegliedert.
  • der NGG-Gehaltstabelle liegt eine genaue Beschreibung der Tätigkeiten, welche die 12 verschiedenen Tarifgruppen ausmachen, zugrunde.

Die Entgelttabelle der NGG im Tarifvertrag der in der Systemgastronomie arbeitenden Personen ist folgendermaßen aufgebaut:

  • Es wird zwischen den 12 verschiedenen Tarifgruppen (TG) und Auszubildendenjahren unterschieden.
  • Unterschiede machen NGG und der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. auch hinsichtlich der Bezahlung in Ost und West.
  • Zudem wird in der NGG-Lohntabelle der Übersichtlichkeit halber sowohl das Bruttostundenentgelt als auch das Bruttomonatsentgelt in Eurobeträgen aufgeführt.
Die Gewerkschaft hat sich stark gemacht. Dank der NGG gibt’s den Mindestlohn in der Systemgastronomie – und zwar in Ost- und Westdeutschland. Während sich in den ersten beiden Lohngruppen des NGG ausgehandelten Tarifvertrages die Entgelte in Ost und West nicht unterscheiden, übersteigen die Westvergütungen erst ab Tarifgruppe 3 die ihrer Branchenkollegen in den neuen Bundesländern. Das gilt nicht für die Auszubildenden.

Wie können Sie bei der NGG Mitglied werden?

Die NGG legt Entgeltgruppen in Tarifverträgen fest.  Je nachdem in welcher Sie eingeordnet werden, bekommen Sie mehr oder weniger Geld.
Die NGG legt Entgeltgruppen in Tarifverträgen fest. Je nachdem in welcher Sie eingeordnet werden, bekommen Sie mehr oder weniger Geld.

Sie überlegen, sich der Gewerkschaft der Lebensmittelindustrie NGG anzuschließen und Mitglied zu werden? Dann sprechen einige Vorteile für sich. Als Gewerkschaftsmitglied:

  • profitieren Sie von kostenlosen Beratungen zu zahlreichen arbeitsrechtlich relevanten Themen (betriebliche Altersvorsorge, Tarifvertrag etc.).
  • erhalten Sie von der NGG einen kostenlosen Rechtsschutz. Das heißt: Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen stehen Ihnen qualifizierte Rechtsanwälte zur Seite und sorgen dafür, dass Sie Ihr Recht bekommen.
  • unterstützt die NGG Sie finanziell, falls Sie Ihre Arbeit bei einem Streik niederlegen.
  • werden Sie nach 12 Monaten Mitgliedschaft kostenlos unfallversichert.

Wollen Sie der NGG beitreten, können Sie dieses Vorhaben auf verschiedenen Wegen umsetzen. Zum einen ist der Eintritt in einem der NGG-Büros möglich. Auf der Internetseite der Gewerkschaft finden Sie die Adresse der Niederlassung, die Ihnen am nächsten ist. Wollen Sie diesen Weg nicht auf sich nehmen, steht Ihnen das Dokument zum Beitritt auch online zur Verfügung.

Wie hoch der zu entrichtende NGG-Beitrag ausfällt, bemisst sich an Ihrer persönlichen Arbeitssituation. Während Vollzeitbeschäftigte und Azubis laut Satzung ein Prozent ihrer Vergütung entrichten, bezahlen Arbeitslose einen Mitgliedsbeitrag von mindestens 2,60 Euro im Monat.

Wie erfolgt die NGG-Kündigung und der Austritt aus der Gastronomie-Gewerkschaft?

Sehen Sie in Ihrer Mitgliedschaft keinen Sinn mehr, können Sie Ihre Kündigung der NGG vorlegen. Diese muss zwingend schriftlich eingereicht werden – ebenfalls entweder persönlich vor Ort in einem der Büros oder aber per Post.

Beachten Sie die Kündigungsfrist, welche die NGG Ihren Mitgliedern auferlegt. Sie beträgt sechs Wochen vor Ende des Quartals. Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie spätestens Ihren Austrittswillen schriftlich verkündet haben, um Ihre Mitgliedschaft auch tatsächlich rechtzeitig beenden zu können.

Ist ein Familienmitglied gestorben, das zu Lebzeiten Mitglied war, müssen Sie bei der Gewerkschaft NGG nicht kündigen. Mitglieder treten durch ihr Ableben automatisch aus.
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NGG – Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
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7 Gedanken zu „NGG – Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Ralf,

      die Gehälter sind tariflich geregelt, variieren jedoch je nach Region. Es kommt daher darauf an in welchem Bundesland Sie sich befinden und welche Tarifverträge dort ausgehandelt wurden.

      Das Arbeitsvertrag.org-Team

      Antworten
  1. Janet

    Hallo

    Gibt es in Erfurt für Bäcker einen Tarifvertag wenn ja was beinhaltet er?
    Wie sieht es mit Nachtzuschlag/Sonn-und Feiertagszuschlägen in dieser Branche für Erfurt aus?
    Im Vermittlungsvorschlag vom Arbeitsamt steht : Lohn/Gehalt Anlehnung Tarif NGG

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Janet,

      NGG bezieht sich normalerweise auf die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Sie können direkt dort nachfragen, welche Regelungen hier gelten.

      Das Team von arbeitsvertrag.org

      Antworten
  2. Heidi L.

    Hallo,
    habe eine Frage: seit 16. Oktober 2017 arbeite ich in einer Bäckerei in Teilzeit. Für das Jahr 2017 habe ich natürlich noch kein Weihnachtsgeld bekommen. In 2018 habe ich bis 16. Oktober in Teilzeit gearbeitet, ab 17. Oktober dann als Minijob (450 Euro). Aus steuerlichen Gründen habe ich dies so geändert. Bin Rentnerin und sozialversicherungsfrei. Weihnachtsgeld habe ich jetzt im November keins bekommen, alle anderen Mitarbeiter schon. Ist das so rechtens, dass der Chef entscheiden kann, wem er Weihnachtsgeld bezahlt und wem nicht?

    Antworten
    1. Arbeitsvertrag.org

      Hallo Heidi,

      ob hier der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wurde, kann nur ein Anwalt beurteilen.

      Ihr Team von Arbeitsvertrag.org

      Antworten
  3. Astrid

    wurde krankgeschrieben durch einen Arbeitsunfall, stand aber für die Woche im Dienstplan mit Dienst drin, aufgrund meiner AU wurde der Plan geändert, was ja auch richtig ist. aber anstatt die AU einzutragen, will man mir jetzt für die Krankheitstage Überstunden abziehen, also die Krankheitstage wegfallen lassen. Habe schon mit meiner Vorgesetzten diskutiert, sie meinte krank nach Dienstplan, also zählt die AU nicht, der Plan wurde nachträglich geändert.

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