Informationen zu Elterngeld und Elternzeit finden Sie hier.

Elterngeld: Einkommensausgleich nach der Geburt eines Kindes

Von arbeitsvertrag.org, letzte Aktualisierung am: 21. November 2020

Informationen zu Elterngeld und Elternzeit finden Sie hier.
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Die Betreuung und Erziehung eines neugeborenen Kindes stellt wohl für die meisten Eltern einen besonderen Lebensabschnitt dar.

In Deutschland haben sie die Möglichkeit, eine bis zu drei Jahre andauernde unbezahlte Freistellung von der Arbeit zu beantragen, um sich voll und ganz auf den neuen Erdenbürger zu konzentrieren. Sowohl Mütter als auch Väter können diese sogenannte „Elternzeit“ nutzen.

Da sie während dieser Zeitspanne entweder gar nicht oder nur eingeschränkt arbeiten gehen, erhalten sie entsprechend kein oder nur ein vermindertes Gehalt. Als Ausgleich für das fehlende Einkommen können sie sich das sogenannte Elterngeld auszahlen lassen. Informationen rund um diese Ersatzleistung finden Sie im Ratgeber.  

Kompaktwissen: Elterngeld

Was ist Elterngeld und wer hat einen Anspruch darauf?

Beim Elterngeld handelt es sich um eine Ersatzleistung, die das fehlende Einkommen nach der Geburt eines Kindes ausgleichen soll, falls Mütter oder Väter in Elternzeit gehen und entsprechend weniger oder gar nicht arbeiten. Wer genau einen Anspruch auf Elterngeld hat, erfahren Sie hier.

Wie lange wird das Elterngeld gezahlt?

Das Basiselterngeld wird 12 Monate lang gezahlt, das Elterngeld-Plus hingegen 24 Monate lang. Dafür beträgt Letzteres jedoch auch nur die Hälfte des regulären Elterngeldes. Durch den Partnerbonus können Sie die Auszahlungsdauert der jeweiligen Leistung um zwei bzw. um vier Monate verlängern. Hier erklären wir, wie das funktioniert.

Wie viel Elterngeld bekomme ich?

Das Elterngeld beträgt mindestens 300 und maximal 1.800 Euro pro Monat. Wie hoch es in Ihrem persönlichen Fall ausfällt, ist abhängig davon, wie hoch Ihr Gehalt in den letzten 12 Monaten vor der Geburt Ihres Kindes netto war.

Wann bekommt man Elterngeld und wann nicht?

Wer hat einen Anspruch auf Elterngeld von der Elterngeldkasse?
Wer hat einen Anspruch auf Elterngeld von der Elterngeldkasse?

Die Vorschriften zu Elternzeit und Elterngeld sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) definiert. Frischgebackene Eltern können laut § 1 BEEG Elterngeld beanspruchen, wenn sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie kümmern sich nach der Geburt selbst um die Erziehung und Betreuung des Nachwuchses.
  • Das Kind lebt mit ihnen zusammen in einem Haushalt.
  • Sie haben einen festen Wohnsitz in Deutschland.
  • Sie arbeiten nicht mehr als 30 Stunden in der Woche.

Es spielt dabei im Übrigen keine Rolle, ob Sie selbstständig sind, als Freiberufler arbeiten, studieren oder sich in einem normalen Angestelltenverhältnis befinden. Auch Lebens- oder Ehepartner, die im gleichen Haushalt leben und sich um das neugeborene Kind kümmern, können Elterngeld bekommen – selbst, wenn es nicht ihr leibliches ist.

Lag das gemeinsame zu versteuernde Einkommen von Eltern im Jahr vor der Geburt des Kindes über einem Wert von 500.000 Euro, bekommen sie hingegen kein Elterngeld in der Elternzeit. Das Gleiche gilt für Alleinerziehende, deren Einkommen eine Grenze von 250.000 Euro überschritt.

Elterngeld: Wie lange wird diese Leistung erbracht?

Auch wenn die Elternzeit maximal 36 Monate lang andauert, bedeutet dies nicht automatisch, dass Sie auch für die gesamte Zeit Elterngeld erhalten können. Die Bezugsdauer für diese Ersatzleistung ist schließlich um einiges geringer. Wie lange Sie im Detail von ihr profitieren können, ist abhängig davon, für welches Modell Sie sich entscheiden. Dabei gibt es drei Möglichkeiten:

Es gibt verschiedene Formen von Elterngeld.
Es gibt verschiedene Formen von Elterngeld.
  1. Basiselterngeld: Das reguläre Elterngeld wird für 12 Monate gezahlt.
  2. Elterngeld-Plus: Im Jahr 2015 wurde das sogenannte Elterngeld-Plus eingeführt. Es wird für 24 Monate gezahlt, beträgt allerdings auch nur die Hälfte des Basiselterngeldes.
  3. Partnerbonus: Geht Ihr Partner ebenfalls für mindestens zwei Monate in Elternzeit, kann die Auszahlungsdauer des Basiselterngeldes dadurch von 12 auf 14 Monate erhöht werden. Beim Elterngeld-Plus erhalten Sie entsprechend vier weitere monatliche Zahlungen. Häufig entscheiden sich Mütter für 12 Monate, während Väter lediglich zwei Monate Elternzeit beanspruchen.

Sind Sie unsicher, welches Modell für Sie am meisten Sinn ergeben würde, können Sie unter anderem eine Elterngeldberatung in Anspruch nehmen. Je nachdem, in welcher Stadt Sie leben, kann es unterschiedliche Stellen geben, die eine Beratung zum Elterngeld anbieten. Häufig übernehmen Sozial- oder Jugendämter diese Aufgabe.

Wie hoch fällt das Elterngeld für Väter und Mütter aus?

§ 2 BEEG widmet sich der Höhe vom Elterngeld. Diese orientiert sich am Nettogehalt der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes und liegt in der Regel bei 67 Prozent davon. Grundsätzlich beträgt das Elterngeld jedoch mindestens 300 und maximal 1.800 Euro pro Monat. Beschließen Sie, Elterngeld-Plus zu beanspruchen, erhalten Sie entsprechend die Hälfte.

Was ist bei einem Antrag auf Elterngeld zu beachten?

Möchten Sie Elterngeld beantragen, müssen Sie dazu die für Sie zuständige Elterngeldstelle aufsuchen. Die entsprechenden Formulare für das Elterngeld unterscheiden sich dabei je nach Bundesland. Auf der Internetpräsenz des Familienministeriums können Sie Ihr Bundesland anklicken und werden zu dem Formular für das Elterngeld weitergeleitet, das Sie benötigen.

Ist ein Änderungsantrag beim Elterngeld möglich?
Ist ein Änderungsantrag beim Elterngeld möglich?

Die Frage „Wo bekomme ich den Antrag auf Elterngeld?“ wäre damit also geklärt. Was Sie darüber hinaus bedenken sollten, ist der Zeitpunkt, zu dem Sie die Ersatzleistung beantragen. Schließlich wird sie nur für maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Möchten Sie also gleich nach der Geburt Ihres Kindes Elterngeld bekommen, sollten Sie den Antrag mit allen notwendigen Unterlagen für das Elterngeld spätestens drei Monate danach stellen.

Übrigens: Sollte sich nach dem Antrag etwas an der Aufteilung oder Ihrem Einkommen geändert haben, können Sie ohne Probleme einmal beim Elterngeld einen Änderungsantrag stellen. Ein zweites Mal ist dies in der Regel jedoch nur möglich, sollte ein Härtefall vorliegen.

Bildnachweise: fotolia.com/itakdalee, fotolia.com/js-photo, fotolia.com/Cello Armstrong, depositphotos.com/saiko3p

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