Das Krankengeld: Höhe, Berechnung und Prozentsätze

Artikel verfasst von Dr. Philipp Hammerich

Letzte Aktualisierung am: 19. Februar 2026

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung, die statt des regulären Lohns von der Krankenkasse gezahlt wird, wenn ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist. Das Krankengeld soll also den Verdienstausfall ausgleichen und die finanzielle Sicherheit des Erkrankten sicherstellen. Dieser Ratgeber erklärt, wie hoch das Krankengeld ausfällt.

Kompaktwissen: Krankengeld-Höhe

Welches Gehalt wird beim Krankengeld zugrunde gelegt?

Wie viel Prozent Krankengeld gezahlt werden, ist gesetzlich festgelegt: Der Betrag bewegt sich zwischen 70 Prozent des Brutto- und 90 Prozent des Nettogehalts. Die Höchstgrenze liegt bei 128,63 Euro pro Tag (Stand 2025).

Wie hoch ist das Krankengeld bei Kurzarbeit?

Bei Kurzarbeit berechnet sich das Krankengeld anhand des regulären Gehalts, das vor Anordnung der Kurzarbeit gezahlt wurde. Hier finden Sie weitere Informationen zu Sonderfällen und Ausnahmen.

Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?

Da das Krankengeld niedriger als das reguläre Gehalt ausfällt, entsteht häufig eine finanzielle Lücke. Darüber hinaus sind Auswirkungen auf Sozialversicherungsbeiträge oder Rentenansprüche möglich.

Welche Höhe hat das Krankengeld in Deutschland?

Die Höhe vom Krankengeld orientiert sich am regelmäßigen Arbeitsentgelt, das vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit erzielt wurde. Grundlage ist das Nettoarbeitsentgelt, wobei der Gesetzgeber vorgibt, dass mindestens 70 Prozent des Bruttoeinkommens und höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts gezahlt werden dürfen. Dadurch ergibt sich ein individueller Zahlbetrag, der sowohl vom bisherigen Einkommen als auch von persönlichen Abzügen abhängt. Für viele Beschäftigte stellt das Krankengeld eine wesentliche finanzielle Absicherung dar, wenn die Lohnfortzahlung endet und die Arbeitsunfähigkeit länger andauert.

Wie kann ich die Höhe von Krankengeld berechnen?

Die Berechnung des Krankengeldes folgt festen gesetzlich vorgegebenen Parametern. Entscheidend sind das regelmäßige Brutto- und Nettoeinkommen, aus dem die Krankenkasse den Krankengeldanspruch ermittelt. Wer den exakten Betrag ermitteln möchte, kann dies mithilfe eines Krankengeldrechners tun, der die relevanten Einkommensbestandteile und Abzüge berücksichtigt. Die folgenden Faktoren sind für die Berechnung relevant:

Wie kann ich mein Krankengeld selber berechnen?
Wie kann ich mein Krankengeld selber berechnen?
  • Handelt es sich beim Arbeitsentgelt um ein Festgehalt oder Stundenlohn?
  • Wie hoch war der letzte monatliche Brutto-Lohn?
  • Wie hoch war der letzte monatliche Netto-Lohn?
  • Gab es Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld?
  • Wird ein Extra-Beitrag zur Pflegeversicherung geleistet? (gilt für kinderlose Arbeitnehmer über 23 Jahre)
  • Oder gibt es einen Beitragsabschlag zur Pflegeversicherung? (gilt für Arbeitnehmer ab dem zweiten bis zum fünften Kind bis zum vollendeten 25. Lebensjahr)

Wie ist die Höhe vom Krankengeld nach 6 Wochen?

In den ersten sechs Wochen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit zahlt der Arbeitgeber das reguläre Gehalt weiter. Erst danach übernimmt die Krankenkasse die Leistung in Form von Krankengeld. Der Übergang kann finanziell spürbar sein, da das Krankengeld in jedem Fall niedriger als der vorherige Lohn ausfällt. Bei einigen Personengruppen ergeben sich im Bezug auf das Krankengeld Besonderheiten:

  • Eltern können über das sogenannte Kinderkrankengeld zusätzliche Absicherung erhalten, wenn sie ihr krankes Kind betreuen müssen.
  • Die Höhe vom Krankengeld bei Schwerbehinderung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von dem anderer Arbeitnehmer.
  • Für Selbstständige ist die Krankengeld-Höhe vom beitragspflichtigen Einkommen abhängig. Dieses wird in der Regel ausgehend vom letzten Einkommenssteuerbescheid berechnet. Das Krankengeld beträgt in der Regel 70 % des Einkommens. Nebeneinkünfte werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Selbständige müssen stattdessen einen höheren Versicherungsbeitrag zahlen, wenn sie freiwillig versichert sind und Anspruch auf Krankengeld haben möchten. In einem solchen Fall erhalten Selbstständige auch Mutterschaftsgeld in Höhe vom Krankengeld.
  • Die Höhe vom Krankengeld nach Elternzeit orientiert sich am Gehalt, das vor der Elternzeit gezahlt wurde. Während der Elternzeit selbst ruht der Anspruch allerdings.
  • Die Krankengeld-Höhe nach einer Kündigung wird durch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht beeinflusst, solange die Höchstbezugsdauer noch nicht erreicht wurde.
  • Die Höhe vom Krankengeld bei Kurzarbeit orientiert sich am Entgelt, das vor der Kurzarbeit gezahlt wurde.
  • Übergangsgeld und Krankengeld schließen sich aus.

Wer zahlt das Krankengeld?

Das Krankengeld wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Privatversicherte erhalten entsprechende Leistungen über ihren Tarif, der sich in Höhe und Dauer von den gesetzlichen Regelungen unterscheiden kann. Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, muss die für ihn zutreffenden Voraussetzungen und Leistungsansprüche berücksichtigen.

Die Höhe vom Krankengeld berechnet die gesetzliche Krankenkasse nicht selbst. Es gelten die regulären Berechnungen abhängig vom Arbeitsentgelt.

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Über den Autor

Dr. Philipp Hammerich
Dr. Philipp Hammerich

Dr. Philipp Hammerich verfasst als Autor mit seiner Expertise im Arbeitsrecht verständliche Texte zu arbeitsrechtlichen Frage für Verbraucher. Er studierte an der Universität Hamburg, absolvierte sein Referendariat beim OLG Hamburg und ist seit 2007 als Rechtsanwalt in Deutschland zugelassen.

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