Kurzarbeitergeld – Wenn das Unternehmen nicht mehr zahlen kann

Wer zahlt Kurzarbeitergeld? Das tut immer die zuständige Agentur für Arbeit.

Wer zahlt Kurzarbeitergeld? Das tut immer die zuständige Agentur für Arbeit.

Nicht immer können Arbeitgeber die betriebsüblichen normalen Arbeitszeiten aufrechterhalten. Das kann unterschiedliche Gründe haben, wie beispielsweise ein temporäres Einnahmetief oder ein niedrigerer Arbeitskräftebedarf in der aktuellen Saison. Dann kommt es häufig zur sogenannten Kurzarbeit und der Zahlung von Kurzarbeitergeld.

Der vorliegende Ratgeber befasst sich umfassend mit der Frage: „Was ist Kurzarbeitergeld?“

Hier erfahren Sie, unter welchen Umständen es gezahlt wird, wer den Zahlungsauftrag erfüllt und wie es sich genau zusammensetzt. Nicht zuletzt werden Sie darüber informiert, wie der Antrag auf Kurzarbeitergeld für gewöhnlich abläuft.

Kurzarbeitergeld und die Voraussetzungen dafür

Kurzarbeit ermöglicht es einem Unternehmen Kosten einzusparen, und das ganz ohne Senkung der Personalkapazität. Der Begriff ist dabei in jedem Fall von dauerhaften Arbeitszeitverkürzungen auf tarifvertraglicher Grundlage, Überstundenausgleichen und bezahlten Freistellungen zu unterscheiden.

Jedoch aufgepasst: Kommt es zur Kurzarbeit, heißt das nicht automatisch, dass auch die dazugehörige Finanzhilfe gewährt wird. Die Zahlung von Kurzarbeitergeld unterliegt bestimmten Vorabbedingungen.

Arbeitnehmer haben grundsätzlich einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es liegt ein erhebliches Arbeitsdefizit mit Entgeltausfall vor.
  • Mindestens ein Arbeitnehmer ist im Betrieb beschäftigt.
  • Alle Angestellten können eine ungekündigte und versicherungspflichtige Beschäftigung vorweisen.
  • Die Unternehmensleitung oder die Betriebsvertretung zeigt den Arbeitsausfall unverzüglich und schriftlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit an.

Ein erhebliches Defizit in Bezug auf die Arbeitszeit liegt immer dann vor, wenn es aus wirtschaftlichen Gründen auftritt, nur vorübergehend besteht und nicht vermeidbar ist. Außerdem muss im Anspruchszeitraum mindestens ein Drittel aller Beschäftigten durch den Arbeitsausfall ein um mehr als 10 Prozent verringertes Entgelt erhalten. Der Zusatz „vorübergehend“ bedeutet wiederum, dass schon innerhalb der Bezugsdauer wieder mit einem Übergang zur Vollarbeit zu rechnen ist.

Als vermeidbar kann ein Arbeitsausfall aus verschiedenen Gründen gelten. Das ist oft dann der Fall, wenn er branchen- bzw. betriebsüblich ist oder durch zulässige Arbeitsschwankungen sowie bezahlten Erholungsurlaubvermieden werden kann. Dabei sind jedoch auch die vorrangigen Urlaubswünsche der Arbeitnehmer zu beachten.

Details zur Förderung, Antragsstellung und Berechnung

Auch eine wirtschaftliche Saison kann Kurzarbeitergeld erfordern. So könnten Bauarbeiter im Winter oft nicht anders bezahlt werden.

Auch eine wirtschaftliche Saison kann Kurzarbeitergeld erfordern. So könnten Bauarbeiter im Winter oft nicht anders bezahlt werden.

Wie bereits erwähnt, müssen Arbeitgeber oder alternativ Betriebsvertretungen Kurzarbeitergeld beantragen. Der Antrag muss dabei innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten bei der verantwortlichen Stelle der Agentur für Arbeit eingehen. Hier gilt der Bezirk, in dem die für den Unternehmensleiter zuständige Lohnabrechnungsstelle sitzt. Die eigentliche Frist beginnt mit dem Ablauf des jeweiligen Kalendermonats, in dem die Tage der Kurzarbeit liegen.

Dabei stellen sich viele Arbeitnehmer jedoch die Frage: „Wie wird Kurzarbeitergeld eigentlich berechnet?“ Die Förderhöhe ist dabei von dem eigentlichen Ausfall des Gehalts abhängig. Grundsätzlich gilt: 60 Prozent des entfallenden pauschalierten Nettoentgelts werden gezahlt. Die Finanzhilfe bei Kurzarbeit fällt noch höher aus, wenn mindestens ein Kind im Haushalt lebt. Dann erhöht sich der Wert auf 67 Prozent.

Was die Förderdauer betrifft: Diese beträgt in der Regel 12 Monate. Rechtsverordnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales können die Bezugsdauer jedoch auf 24 Monate verlängern.

Wer sich zur genauen Berechnung von Kurzarbeitergeld und den daraus resultierenden Beträgen informieren möchte, kann dies anhand einer Tabelle tun, welche die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Internetseite präsentiert. Neben einer Beispielrechnung finden sich dort die genauen Beträge, die bei unterschiedlich hohen Bruttolöhnen gezahlt werden.

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